Champagner, Prosecco, Sekt, Secco, Asti – Teil II

Grüß Gott,

nach der theoretischen Einführung in Teil I dieses Beitrags  wollen wir nun einige bekannte Begriffe aus der Sektwelt betrachten. Beachten Sie bitte, dass es sehr viele Regeln, die Sekt und ähnliches betreffen, gibt und ich hier natürlich vereinfachen muss, um Ihnen einen Überblick verschaffen zu können.

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  • Schaumwein: Unter Druck stehendes „weinhaltiges Getränk“ mit mind. 3 bar Druck
  • Perlwein: Wein mit mind. 7% vol und 1 – 2,5 bar Druck
  • Qualitätsschaumwein: Schaumwein nach Methode drei hergestellt.
  • Aromatischer Qualitätsschaumwein: Schaumwein nach Methode zwei hergestellt.
  • Champagner: Qualitätsschaumwein aus der Champagne (Frankreich) nach Méthode traditionelle hergestellt.
  • Crémant:
    I. Qualitätsschaumwein aus Frankreich, jedoch nicht aus der Champagne.
    II. EU-Bezeichnung für Qualitätsschaumweine, die weder Champagner noch Sekt sind.
    III. Früher war dies die Bezeichnung für Champagner, die statt der üblichen 6 bar nur ca. 3 bar Druck hatten.
  • Sekt: Qualitätsschaumwein aus Deutschland (mind. 3,5 bar) oder Österreich.
  • Winzersekt: Deutscher Sekt vom Winzer oder in dessen Auftrag produziert.
  • Secco:
    I. In Deutschland verwendeter Handelsname für Perlwein. Meist mit Methode eins, also im Imprägnierverfahren hergestellt.
    II. ital.: Trocken
  • Spumante: Italienischer Schaumwein.
  • Frizzante: Italienischer Perlwein.
  • Prosecco:
    I. Schaumwein, Perlwein oder Stillwein aus der Rebsorte Glera aus der Region Veneto (Italien).
    II. Früherer Name der Rebsorte Glera.
  • Asti Spumante: Italienischer Schaumwein, der in Asti und ein paar anderen Provinzen Italiens aus Moscato d’Asti, einem Wein aus der Rebsorte Moscato Bianco (gelber Muskateller), meist nach Methode zwei hergestellt wird.
  • Cava: Schaumwein aus Spanien mit zum Champagner ähnlichen Anforderungen.
  • Krimsekt: Ukrainischer Schaumwein, nach der Halbinsel Krim benannt.

Die meisten Schaum- und Perlweine sind weiß oder rosé. Bei deutschem Sekt und Krimsekt gibt es aber auch oft rote.

Nun zurück zu unserer Anekdote aus Teil I: Dem Herrn, der nur Champagner trinkt. Berücksichtigt man die verschiedenen Herstellungsweisen, ist klar, dass manche Schaumweine teurer sind als andere. Gründe für hohe Preise sind oder können sein:

  • Teure Grundweine
  • Teure Herstellungsverfahren
  • Teures Marketing

Das dritte brauche ich nicht unbedingt^^

Es ist jedoch offensichtlich, dass man für 2,50 € keinen handgeschüttelten Sekt, bei dem der Grundwein schon 6 €/l kostet, bekommt. Was ich sagen will: Nicht jeder teure Schaumwein ist sein Geld wert, aber wenn der Schaumwein sehr billig ist, wäre es für den Hersteller unwirtschaftlich, teure Herstellungsverfahren oder Grundweine einzusetzen…

Als Tipp für eine Probe: Kaufen Sie drei Flaschen, einen deutschen Rieslingsekt, einen Champagner und einen Crémant de Bourgogne, jeweils für 15 – 30 € und probieren Sie. Sie werden verstehen, was ich meine 🙂

Das soll es für heute gewesen sein. In Teil III dieses Beitrags erfahren Sie etwas zu den Flaschengrößen und zum Süßegrad. Außerdem verrate ich Ihnen in Teil IV meine Lieblingsschaumweine und Sie erhalten ein paar Vorschläge für Wein- äh Sektproben (also nicht nur Sekt, sondern eben Schaum- und Perlweine…).

Beste Grüße

Michael

12 Gedanken zu “Champagner, Prosecco, Sekt, Secco, Asti – Teil II

  1. Schaumwein ist also mal kein Sekt, kann aber nach der Asti-Methode hergestellt worden sein. Es sei denn er heißt Qualitätsschaumwein dann ist er nach der Méthode traditionelle hergestellt. Stimmt das so?
    Schaumwein nach Methode 1 z.B. Prosecco kann man sich ja glatt selber herstellen, das ist wie Sodawasser nur mit Wein statt Wasser. Methode Sodastream oder iSi Twist ’n‘ sparkle.

    Liebe Grüße
    Christian

    Gefällt mir

    1. Hallo Christian,
      naja, Schaumwein kann auch Sekt sein, muss aber nicht… Schaumwein ist der Überbegriff. Sekt ist ein Schaumwein, aber noch mehr: Sekt ist auch ein Qualitätsschaumwein (der noch mehr Auflagen erfüllt).
      Bei Prosecco gibt es auch Verschiedene. So gibt es Prosecco Spumante, das ist quasi so etwas wie Sekt – eben nach den Prosecco-Richtlinien. Es gibt aber auch Prosecco Frizzante – der ist dann wahrscheinlich nach Methode 1 hergestellt. Das muss aber nicht schlecht sein: Ich habe z. B. einen Riesling Secco (nach Methode 1) im Keller liegen, der echt gut ist! – Es ist aber halt kein Sekt…
      Ob man sich Secco selbst mit so einem Soda-Mach-Gerät herstellen kann, weiß ich nicht… da hab ich aber auch schon darüber nach gedacht, da das Prinzip ja das Gleiche ist… wäre fast einen Versuch wert^^
      Michael

      Gefällt 1 Person

      1. Ja damit verstehe ich das jetzt besser. Vielen lieben Dank!

        Ich muss sagen, ich hab gleich mal eine Kontrolle in meinem „Weinlager“ gemacht! Darunter ein Crémant, der mir sehr gut geschmeckt. Und ein Veltliner-Jahrgangs-Sekt nach der Méthode traditionelle. Und ein paar Proseccos. Aber dann hab ich da so einen Exoten: „Rhabarber Gartenglück“. Da steht nix drauf von Schaumwein oder so. Aber: „Aromatisierter weinhaltiger Cocktail mit Wein und natürlichen Aromen“

        Mir scheint, hier vermeidet jemand jegliches Wort, das an Sekt erinnern könnte.Dafür kommt in der Beschreibung das Wort „Wein“ gleich zweimal vor. Ein weinhaltiger Cocktail ist mit Wein, hätte ich nicht gedacht. 😉 Alles sehr seltsam. Uns schmeckts trotzdem. Und in der Ecke vom Etikette steht aber dann doch „prickelnd“.

        Liebe Grüße
        Christian

        Gefällt 1 Person

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