Champagner, Prosecco, Sekt, Secco, Asti – Teil III

Guten Abend,

heute gibt es Teil III der Sekt und Ähnliches-Reihe. Nach Teil I (Wie kommt der Blubber in den Wein?) und Teil II (Was bedeuten die vielen Begriffe?) wollen wir uns heute dem Süßegrad des Schaumweines (und natürlich auch des Perlweines) und den Flaschengrößen widmen.

Pinot_Grigio_Vino_Spumante.jpg
Pinot Grigio Vino Spumante

Warum ist Schaumwein überhaupt süß? Stellt man ihn nach Methode drei her, ist er nämlich fast zuckerfrei, weil die Hefe alles an Zucker, was sie finden konnte, aufgefressen hat. Die Antwort ist ganz einfach: Weil Wein, der Restzucker enthält, oder in Wein gelöster Zucker beigemischt wird. Da bei dieser sogenannten Dosage (genauer: Versanddosage; im Gegensatz zur Fülldosage genannten Zucker-Wein-Lösung, die dem Grundwein zum Zwecke der zweiten Gärung beigemischt wird) je nach Anbaugebiet und Land unterschiedliches erlaubt und verboten ist, wollen wir uns auf den Champagner beschränken, da dieser am bekanntesten sein dürfte.

Zuerst wollen wir uns überlegen, warum überhaupt etwas in den fertigen Champagner gemischt wird. Bei dem via Flaschengärung hergestellten Champagner wird der Hefepfropfen, der sich nach dem Rütteln im Flaschenhals bildet, entfernt, wodurch die Flasche nicht mehr ganz voll ist. Dieses Stückchen im Flaschenhals wird nun aufgefüllt. Dies kann man mit dem gleichen Champagner aus einer anderen Flasche machen, das heißt, ab und zu wird eine Flasche aus der Produktion genommen und mit dieser die anderen vollgefüllt. Solche Champagner sind „staubtrocken“ und heißen zero dosage.

Es kann aber auch mit dem Grundwein der Champagnerherstellung, mit Süßreserve (das ist der Most, aus dem der Wein hergestellt wurde), mit einem Süßwein, mit einer Zucker-Wein-Lösung, mit Esprit de Cognac (einem sehr hellen Cognac, also Weinbrand; wird bei süßeren Champagner teilweise benötigt, um den durch die hohe Zuckerzugabe auftretenden, relativen Alkoholverlust auszugleichen) oder mit einer Mischung aus all dem aufgefüllt werden. Auch darf Champagner aus den Flaschen entfernt werden, um so mehr Platz für die „Süßdosage“ zu schaffen.

Am Ende unterscheidet man bei Sekt/Champagner/… nach Gramm Restzucker pro Liter:

  • brut nature – ultra brut – brut integral – non dosé – zero dosage – naturherb:
    0 bis 3 g/l
  • extra brut – extra herb:
    0 bis 6 g/l
  • brut – herb:
    0 bis 12 g/l
  • extra dry – extra trocken:
    12 bis 17 g/l
  • dry – trocken:
    17 bis 32 g/l
  • demi-sec – medium dry – halbtrocken:
    32 bis 50 g/l
  • doux – sweet –  mild:
    50 g/l
Spätburgunder Sekt
Spätburgunder Sekt

So. Nun noch kurz zu den Flaschengrößen. Man unterscheidet:

  • ¼ – Quart/Piccolo/Pikkolo/Viertelflasche: 0,2 l
  • ½ – Demi/Fillette/halbe Flasche: 0,375 l
  • 1 (1/1) – Imperial/Standardflasche: 0,75 l
  • 2 – Magnum: 1,5 l
  • 4 – Jéroboam/Jeroboam/Doppelmagnum: 3 l
  • 6 – Réhoboam/Rehoboam: 4,5 l
  • 8 – Methusalem/Impériale: 6 l
  • 12 – Salmanazar/Salmanassar: 9 l
  • 16 – Balthazar/Balthasar: 12 l
  • 20 – Nabuchodonosor/Nebukadnezar: 15 l
  • 24 – Melchior/Goliath: 18 l
  • 35 – Souverain/Sovereign: 26,25 l oder 25,5 l
  • 36 – Primat: 27 l
  • 40 – Melchisedech/Midas: 30 l

Da stellt sich die Frage: Hat es einen Vorteil, Champagner in so großen Flaschen zu kaufen oder dient das nur der Show bzw. als Angeberei? Es ist so, dass mit der Größe der Flasche das Verhältnis Schaumwein:Luft in der Flasche größer wird und dies hat einen positiven Effekt auf Qualität und Nachreife in der Flasche. Allerdings ist die Herstellung von Flaschen, die größer als die Jeroboam sind, sehr teuer und auch der gerade beschriebene Effekt auf die Qualität nimmt jenseits der Jeroboam nur noch gering zu.

Das heißt zusammenfassend: Bis zur Jeroboam gilt „je größer desto besser“, nach der Jeroboam steigt vor allem der Preis.

Damit belasse ich es für heute. In Teil IV der Beitragsreihe erzähle ich Ihnen ein wenig zu den Schaumweinen, die ich gerne mag.

Ich wünsche Ihnen einen guten Knall 😉

Michael

10 Gedanken zu “Champagner, Prosecco, Sekt, Secco, Asti – Teil III

    1. Hallo Michaela,
      naja, auf dem Etikett steht das schon indirekt… man müsste halt dann nur noch in das entsprechende Weingesetz oder die -verordnung schauen, was das, was auf dem Etikett steht, bedeudet^^
      Was natürlich immer jeder macht, wenn er sich eine Flasche kauft^^
      LG Michael

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