Rosé, Roséwein, Weißherbst, Roséschaumwein, Roséchampagner, Blanc de Noirs, Weißgekeltert, vin d’été

Grüß Gott,

Warum ist ein Wein oder Schaumwein rosa-farben?

  • Rotling aus Franken
    Rotling aus Franken

    Es könnte sich um einen sehr hellen Rotwein handeln, wie zum Beispiel Roter Elbling oder Schilcher (der aus der Rebsorte blauer Wildbacher gekeltert wird).

  • Es könnte aber auch ein Rotling sein.
  • Oder es ist ein Rosé wie zum Beispiel der Mateus Rosé.

Wir wollen uns heute mit dem Rosé etwas näher auseinandersetzen.

Zuerst die Frage: Wie entsteht ein Rosé?

Auch hierfür gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten:

  1. Der Winzer kann blaue Trauben unzerkleinert keltern. Durch pressen bekommt er weißen Most, den er dann (wie beim Weißwein) vergären kann, ohne dass er auf der Schale liegt. Das Ergebnis dieser Methode nennt man (wenn es weitere Qualitätsmerkmale erfüllt) Weißherbst und ist ein sehr heller Rosé.
  2. Der Winzer kann die blauen Trauben aber auch ein paar (wenige) Tage auf der Maische liegen lassen und erst dann den Most pressen. Solche Roséweine sind viel mehr rot.
  3. Wird Roséwein nach der Saignée-Methode hergestellt, so produziert der Winzer eigentlich einen Rotwein und entnimmt diesem nach ein, zwei Tagen gut ein Zehntel der Flüssigkeit, woraus er den Rosé herstellt. Das Ergebnis ist auf der einen Seite ein dunklerer und konzentrierterer Rotwein und auf der anderen ein Rosé.
  4. Man kann Rotwein auch so stark schönen, dass er danach quasi keine Tannine mehr hat. Mit Aktivkohle kann dann noch ein Teil der roten Farbstoffe im Wein entfernt werden. Ergebnis: Ein rosa-farbener Wein.
Champagner Rosé
Champagner Rosé

Roséschaumwein kann entweder aus Roséwein, der wie gerade beschrieben gekeltert wurde, hergestellt werden oder es wird Weiß- und Rotwein gemischt (im Verhältnis 9:1 – 8:2). Auch Bei Roséchampagnern wird auf das Mischen von Weiß- und Rotwein zurückgegriffen. (In einem meiner vielen Weinbücher habe ich gelesen, dass beim Champagner sogar erlaubt sein soll, dem fertigen, weißen Champagner (in der Regel sehr dunklen) Rotwein beizumischen, um so ein schönes Rosa zu erzielen – allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das stimmt…)

Einen (nach Methode 1) hergestellten Rosé, der (bis auf einen fast gar nicht zu sehenden rosa Schimmer) so hell wie ein Weißwein ist, nennt man Blanc de Noirs. Diese „Weißen aus Schwarzen“ findet man besonders in der Schaumweinproduktion recht häufig. Das Gegenstück dazu (also einen „Weißen aus Weißen“) nennt man Blanc de Blancs.

Ein Blanc de Blancs ist also wirklich reinweiß, ein Blanc de Noirs ganz, ganz leicht rosa – auch wenn man es fast nicht sieht. Wird der Blanc de Noirs (aus Versehen) zu dunkel nennt man den Wein „Taché“.

Es gibt aber auch Rebsorten, die sind nicht nur blau, sondern schwarz. Während blaue Trauben innen grünes Fruchtfleisch haben, haben diese rotes Fruchtfleisch. Ein Beispiel dafür ist der Syrah. Aus wirklich schwarzen Trauben kann man also keinen „normalen“ Rosé herstellen. Vinifiziert man eine Schwarze Traube wie einen Blanc de Noirs, entsteht ein dunkler Rosé, vinifiziert man sie wie einen normalen Rotwein, entsteht ein sehr, sehr dunkler Rotwein, vinifiziert man sie jedoch wie einen normalen Rosé entsteht ein kräftiger, schöner Rotwein von meist ausgesprochen strahlender Farbe. Diese zuletzt genannten Weine heißen manchmal „vin d’été“ (also Sommerwein).

Beste Grüße

Michael

 

6 Gedanken zu “Rosé, Roséwein, Weißherbst, Roséschaumwein, Roséchampagner, Blanc de Noirs, Weißgekeltert, vin d’été

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