Wieviel soll ich trinken? – Eine Hemina^^

Guten Abend!

Immer wieder werde ich gefragt, wie viel Wein „man“ denn trinken solle… Das ist natürlich keine einfache Frage.

Wenn Sie ein Alkoholproblem, eine hohe Suchtanfälligkeit, eine Alkoholkrankheit oder etwas in der Art haben, oder auch nur darüber nachdenken, ob Sie etwas in diese Richtung haben, gehen Sie bitte zum Arzt! Dieser kann Ihnen bestimmt helfen. Auch sei hier auf das Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (bzga.de) hingewiesen.

Auch wenn Sie schwanger sind oder ein Kind stillen, heißt die Devise „keinen Tropfen“. Auch wenn ich hier eine lustige Geschichte über die Meinung einer angehenden, italienischen Ärztin zu diesem Thema erzählen könnte… 

Zu dem Thema, wie viel man als erwachsener, gesunder Mensch pro Tag an Alkohol trinken darf (oder soll…), habe ich schon viele verschiedene Meinungen gehört. Auch die Meinungen der Ärzteschaft gehen hier teilweise stark auseinander. Meistens läuft es aber – und das ist jetzt kein medizinischer Rat von meiner Seite, sondern nur die Wiedergabe des gehörten – auf 1/8 l („a Achterla“) Wein/pro Tag bei Frauen und 1/4 l („a Schoppen“) bei Männern hinaus. Wobei die Farbe des Weines keine Rolle zu spielen scheint… Aber auch hier gilt: Fragen Sie Ihren Arzt!

Mehr kann ich zu dem Thema sagen, wie viel Wein man zum Verkosten braucht: erstaunlich wenig. Es genügt, wenn man eine Flasche (0,75 l) auf zehn Gläser aufteilt. Das sind dann 0,075 l – und bei einer Schluckgröße von 0,04 (ein Doppelter) fast zwei Schluck. Das reicht.

Wenn man sehr viele Weine (auf einmal) probieren will, kann man auch Spuckgefäße nehmen. Wobei man dann natürlich den Abgang nicht schmeckt… Oder man trinkt nur einen Schluck und spuckt den zweiten aus – wobei mir da meistens der Wein zu schade darum ist^^

Regent Weinbau Weingärtner-Pfister

Eine – wie ich finde – sehr elegante Antwort auf die Frage, wie viel Wein getrunken werden solle, findet der Heilige Benedikt in seiner Benediktsregel 😉

Kapitel 40: Das Maß des Getränks

  1. Jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so. (1 Kor 7,7)
  2. Deshalb bestimmen wir nur mit einigen Bedenken das Maß der Nahrung für andere.
  3. Doch mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Schwachen meinen wir, dass für jeden täglich eine Hemina Wein genügt.
  4. „Wem aber Gott die Kraft zur Enthaltsamkeit gibt, der wisse, dass er einen besonderen Lohn empfangen wird.“
  5. Ob ungünstige Ortsverhältnisse, Arbeit oder Sommerhitze mehr erfordern, steht im Ermessen des Oberen. Doch achte er darauf, dass sich nicht Übersättigung oder Trunkenheit einschleichen.
  6. Zwar lesen wir, Wein passe überhaupt nicht für Mönche. Weil aber die Mönche heutzutage sich davon nicht überzeugen lassen, sollten wir uns wenigstens darauf einigen, nicht bis zum Übermaß zu trinken sondern weniger.
  7. Denn der Wein bringt sogar die Weisen zu Fall. (Sir 19,2)
  8. Wo aber ungünstige Ortsverhältnisse es mit sich bringen, da nicht einmal das oben angegebene Maß, sondern viel weniger oder überhaupt nichts zu bekommen ist, sollen die Brüder, die dort wohnen, Gott preisen und nicht murren.
  9. Dazu mahnen wir vor allem: Man unterlasse das Murren.

Ich finde diesen Dreisprung sehr schön:

  • Das Ideal: Kein Wein. – Und wenn jemand keinen Wein bekommen kann, dann soll er froh sein und nicht murren…
  • Die Realität („Da sich die Mönche heutzutage…“ – das heißt im 6. Jhd.!): Eine Hemina.
  • Die Ausnahme: „Wenn’s im Sommer heiß ist, kann es auch im Ermessen des Oberen mehr sein“

Ich halte mich immer an die Hemina. Wie gut, dass niemand mehr weiß, wie viel eine Hemina denn war 🙂 🙂 🙂

Michael

 

 

 

11 Gedanken zu “Wieviel soll ich trinken? – Eine Hemina^^

    1. ACHTUNG! KEIN MEDIZINISCHER RAT!
      Die angehende, italienische Ärztin meinte, dass ein Schoppen auch für Frauen die stillen oder schwanger sind OK wäre, aber da bei den meisten Frauen (und wohl auch Männern) es manchmal (oder oft) nicht bei dem einen Schoppen bleibt – und auch schon ein einziger Rausch der (angehenden) Mutter erhebliche Schäden beim Kind verursacht, sagt man lieber „null Alkohol“, als ein wenig ist OK. Und anscheinend ist es leichter nichts zu trinken, als wenn es lustig ist, nach dem ersten Glas aufzuhören.
      BG Michael

      Gefällt 2 Personen

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