2011er Blauer Silvaner Franken Oberschwappacher Sommertal – Spätlese trocken – Deutscher Prädikatswein

Grüß Gott,

heute trinken wir einen Blauen Silvaner. Und wer sich mit Wein auskennt und/oder meinen Beitrag zu den Farben der Beeren und den Farben des Weines gelesen hat, weiß, dass das ein Weißwein ist…

2011er
Blauer Silvaner

Franken
Oberschwappacher Sommertal

Spätlese trocken
Deutscher Prädikatswein

13,5% vol Enthält Sulfite 0,75 Ltr.
Erzeugerabfüllung Weinbau Hans Hetzel
Scherenbergstraße 18, D-97478 Knetzgau
OT Oberschwappach Tel. 09527-207

2012 Franken Bronze
Fränkischer Weinbauverband e.V.

Dieser Bocksbeutel war zugegebener Maßen länger im Keller gelegen, als ich beim Kauf beabsichtigt hatte. Aber egal: Ein schöner Abend mit guten Freunden wartet – und guten Freunden gibt man einen Bocksbeutel … oder man trinkt ihn gemeinsam mit Ihnen. Ich drehe also den Verschluss von der Flasche und schenke über die flache Seite ein. (Man schenkt aus einem Bocksbeutel IMMER über die flache Seite ein!) Im Glas sehe ich einen klaren Wein, der viel Perlage am Glas bildet …krass, dafür, dass er fünf Jahre alt ist. Ich schwenke mein Glas und sehe viele, schnelle, dicke Schlieren nach unten, in den bernsteinfarbenen oder gelben (orangen), ja goldenen Wein rinnen, der relativ dunkel ist und eine sehr kräftig, strahlend, schöne Farbe hat.

Blauer Silvaner
Blauer Silvaner

Der Wein hat das Alter erreicht, in dem die Frucht verloren geht – auch wenn dieser sie noch nicht ganz hergeben will. Es kommen dafür tiefer Aromen hinzu…

Im Glas rieche ich Ananas, Alkohol, Karamell, Erdbeermarmelade, Honigmelone, Holz, Zitronenmelisse, Pflaumen, Apfelkuchen, Stroh, Gummibärchen, (überreife) Banane, Brombeeren, Aprikosen, Zimt, „tief“ und Hefeteig. Wie gesagt, meine Nase springt gleichsam wie der Wein zwischen jugendlicher Fruchtigkeit und der Tiefe des Alters hin und her: Nach jedem Bild von Obst, das sich in meinem Kopf auftut, kommt sofort ein warmes, holzig-süßes hinterher – und andersherum… Ich bin verwirrt.

Über dem Glas ist’s anders, hier herrscht die Frucht noch vor: Pfirsich, Nektarine, Hefe, Aprikosenmarmelade, Orangenmarmelade, Zitrone, Zitronenmelisse, Ananas, Gummibärchen, Apfel, Stachelbeere, Harz, Honig und Himbeeren. (Himbeeren in einem alten Weißwein?!)

Im Mund ist er bitter, herb und gleichzeitig spritzig, kantig. Dazu scharf und säuerlich. Ich schmecke Nektarine, Ananas, Orangensaft, Mandarine und Zitrone. Wie üblich finde ich Alkohol beim Sprudeln, daneben aber auch Honig, Brombeeren, Holz, Ananas. Der mittlere Abgang lässt den Geschmack von Mandarine, Alkohol, Zitrone und Gewürznelken zurück.

Jetzt weiß ich, was mich so fasziniert und noch mehr verwirrt an diesem Wein: Es ist nicht das, was ich finde – nein: vielmehr ist es das, was ich zum Teil erwartet habe, jedoch nicht finde: Tannine, Mineralien und Blumen…

Essensempfehlung: Kochkäs und Roggenbrot.

Beste Grüße

Michael

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