Kulinarische Weinprobe im Südpfalzweinberg mit Andreas Jung (www.rebenpatenschaft.de) – Teil II: Der Weinberg

Grüß Gott,

die kulinarische Weinprobe begann am Nachmittag mit einer Führung durch den Südpfalzweinberg, einem von einigen wenigen Rebsortenarchiven von Andreas Jung und dem einzigen solchen, aus dem er selbst Wein keltert, in Weingarten. Als erstes schilderte…

… er die Probleme, die es allgemein im Weinberg gibt: Schädlinge wie Viren, Pilze (echter und falscher Mehltau) und Insekten (darunter die allseits bekannte Reblaus) wurden „vorgestellt“ und es wurde erklärt, was man im konventionellen oder auch im biologischen Weinbau dagegen tun kann. Anschließend gab es einen kurzen geschichtlichen Abriss über den Weinbau vor und nach dem Krieg – und es wurden Weinberge der entsprechenden Perioden gezeigt (Vorkriegsweinberge erkennt man an den verwendeten Sandsteinpfosten, Nachkriegsweinberge an den Betonpfosten).

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Nach einer kurzen Wanderung, angekommen am Rebsortenarchiv, berichtete Andreas Jung über seine Arbeit und die Entstehung der Rebsortenarchive: Nachdem es zwar offizielle Forschungsprojekte zur Bestimmung und Katalogisierung, nicht aber zur Sammlung alter Rebsorten gab, entschloss er sich, diese Aufgabe eben selbst in die Hand zu nehmen.

Und dann kamen wir zu dem Programmpunkt auf den alle gespannt gewartet hatten…

… und es fing an zu regnen. Und zwar nicht nur ein bisschen. Nein. Richtig gescheit. Und wir waren nass. Und uns war kalt. Und es regnete immer noch. Vielen Dank an die Winzerin Astrid Liebich, die mir Zuflucht unter ihrem Regenschirm gewährt hat 🙂

Irgendwann, als es endlich aufgehört hat zu regnen, ging’s dann los zu den historischen Rebsorten, die da sind: 

Weiße und rote Sorten (Weiswein~):

  • Adelfränkisch / Weißer Grünling
  • Agostenga / Früher Leipziger / Frühweißer Malvasier
  • Alexandriner Muskat (*)
  • Alicante, Weiße
  • Augster, Gelber
  • Auxerrois / Kleiner Heunisch / Moselriesling
  • Bouquettraube
  • Bukett-Silvaner
  • Chardonnay / Echter weißer Burgunder
  • Corinthe, Weiße
  • Edler Weißer Tokayer / Furmint
  • Elbling, Weißer
  • Elbling, Roter
  • Frühe Lahntraube
  • Frühmuskat
  • Fütterer, Weißer
  • Geisdutte, Weiße / (falsche) Geisdutte, Weiße (*)
  • Gewürztraminer, Roter
  • Grauburgunder / Tokayer, Grauer
  • Gros Meslier / Großer Honigler
  • Grünfränkisch, Weißer
  • Großer Veltliner, Violetter
  • Gutedel, Weißer / Chasselas blanc
  • Hartheunisch, Gelber / Braunes
  • Hänisch, Roter / Pamid
  • Heunisch, Roter (*)
  • Heunisch, Weißer / Grobweisse
  • Heunisch, Dreifarbiger
  • Honigler, Gelber
  • Kleinberger
  • Kleinedel
  • Lagler, Weißer / Später Malvasier, Weißer
  • Madeleine Angevine
  • Mädchentraube, Weiße / Feteasca alba
  • Mittelgroßer Veltliner, Roter
  • Muskateller, Roter
  • Muskat-Gutedel, Weißer
  • Ortlieber, Früher Gelber
  • Rosenkranz, Weißer / Fitzrebe
  • Petersiliengutedel
  • Plantscher / Gros Bourgogne (*)
  • Räuschling, Weißer
  • Räuschling, Roter
  • Riesling, Weißer
  • Rugische Rebe (Rak Szölo)
  • Scheurebe
  • Seidentraube, Gelbe / Luglienga bianca / Luganer-Rebe
  • Silvaner, Grüner
  • Silvaner, Blauer
  • Tokayer, Weißer
  • Traminer, Weißer
  • Traminer, Roter
  • Versoalin, Weißer (*)
  • Visitator (fränkischer Fütterer)
  • Vogelfränkische, Weiße
  • Weißburgunder / Pinot Blanc
  • Welschriesling, Weißer

Blaue Sorten (Rotwein~):

  • Affenthaler, Blauer
  • Arbst, Blauer
  • Black Prince
  • Blank, Blauer (*)
  • Champagner, Blauer / Blauer Kölner
  • Champagne-Traube, Schwarze / Schwarzer Prinz
  • Claret Ordinärer, Blauer (*)
  • Clävner
  • Cot (Kaiserstuhl)
  • Cot rouge (*)
  • Elbling, Blauer
  • Frühe Violette
  • Geisdutte, Blaue (*)
  • Gouais noir / Blauer Lampart
  • Hartblau / Auvernat tinto
  • Heunisch, Blauer / Sehr Später Burgunder
  • Kleiner Fränkischer Burgunder / Pinot Franc
  • Hrvatica, Blaue / Crevatizza / Kroatische Traube (*)
  • Kracher, Blauer / Bettlertraube
  • Malbek
  • Möhrchen (*)
  • Mohrenkönig
  • Morillon tocony
  • Muskat-Gutedel, Blauer
  • Oeil de morion
  • Portugieser, Blauer
  • Samtrot
  • Schaaftraube / Mohrenkönigin
  • Schlehentraube
  • Spätburgunder, Blauer / Pinot noir
  • Schwarzriesling / Pinot Meunier
  • Süßroth / Tauberschwarz
  • Süßblau
  • Süßschwarz
  • Trollinger, Blauer
  • Tschagelle Vernatsch (*)
  • Zinfandel / Primitivo / Kratosija

(*): weniger als 4 Rebstöcke vorhanden!

Dabei hat mich am meisten beeindruckt, WIE unterschiedlich Rebsorten sein können. Nicht nur, dass es weiße, rote und blaue gibt. Und dass diese natürlich unterschiedlich schmecken. Nein. Manche haben riesige, andere sehr kleine Blätter, manche wollige, andere glatte, manche fast runde, andere stark fächerartige (z. B. der Petersiliengutedel!). Auch die Trauben können, klein oder groß, dick oder lang, lockerbeerig oder dicht, sein. Und natürlich unterscheiden sich die Beeren ganz stark. So viele verschiedene Farbvarianten, so viele verschiedene Formen und Größen. Und der Geschmack, total krass…

Es wäre wirklich sehr, sehr schade, wenn diese Vielfalt verloren ginge!

Aber dann hat’s wieder angefangen zu regnen und wir sind schleunigst aufgebrochen zur Weinprobe und zum Vortrag, der als nächstes kam. Auf dem Weg habe ich mich – bei strömendem Regen – bestens mit dem Winzer Emil Kopp unterhalten 😉

Beste Grüße

Michael

 

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