Vendanges 2010 Rosé des Riceys „En Barmont“ Olivier Horiot Les Riceys SH

Grüß Gott,

heute wollen wir einen gar königlichen Wein zusammen genießen: einen Rosé des Riceys. Aufmerksam bin ich auf diesen Wein durch den Blogbeitrag Der Schlummertrunk des Sonnenkönigs: Rosé des Riceys von Chez Matze geworden – da habe ich mir gedacht: Den muss ich auch verkosten! Es ist komisch, oder, man kennt ziemlich viele große Weiß- und Rotweine, aber große Rosés gibt’s nicht so viele. Heute stelle ich Ihnen einen vor.

Der Rosé des Ricey ist ein Roséwein aus der Gemeinde Les Riceys (bestehend aus: Riceys-Haut, Haut-Rive Riceys und Riceys-Bas). Sie ist die einzige Gemeinde der Champage, die drei verschiedene Bezeichnungen für ihre Weine verwenden darf: Champagner, Coteaux champenois und Rosé des Riceys. Obwohl sie die Gemeinde mit der meisten Rebfläche in der Champagne ist, ist der Rosé des Riceys alles andere als ein Massenwein: Es werden nur ca. 60.000 Flaschen Rosé des Riceys pro Jahr abgefüllt. Er wird heutzutage ausschließlich aus der Rebsorte Spätburgunder (Pinot Noir) gekeltert – früher wahr vielleicht auch mal Gamay und Savagnin Rosé (Rosa Traminer – aus der der berühmte Klevener de Heiligenstein und der Durbacher Clevener gekeltert werden) dabei… Der Wein wird entweder im Stahltank (weniger Lagerpotential) oder im Holzfaß (mehr Lagerpotential) ausgebaut. Der Wein soll ein besonderes Bukett haben, das man goût des Riceys nennt:

  • Schwarze Johannisbeeren
  • Reife Kirschen
  • Himbeeren
  • Granatapfel
  • Bergamotte
  • Vanille
  • Mandeln

Es ist anscheinend gar nicht so leicht, genau dieses Bukett hinzubekommen. Die Winzer müssen dazu genau den richtigen Moment abpassen, bevor sie den Wein von der Maische ziehen. Der Zeitpunkt dafür ist – wie man an der recht dunklen Farbe erkennt – später als den meisten anderen Rosés. Zumindest beim Holzfassausbau ist der Wein schon schön oxidiert.

Ob der Sonnenkönig den Rosé des Riceys wirklich schon getrunken hat, weiß man natürlich nicht. Aber es gibt zwei schöne Legenden, die es erzählen:

  • Als Arbeiter aus Riceys an den Fundamenten von Versailles arbeiteten, tranken sie der schweren Arbeit in den Baugruben wegen, ein Fässchen „ihres Weines“. Eines Tages kam ein feiner Herr vorbei, der König, was die Arbeiter aber nicht erkannten… Sie fragten ihn, ob er ein Gläschen haben wolle und er sagte ja. Der Wein schmeckte ihm so gut, dass er ihn an den Hof liefern ließ.
  • Ein Anwalt aus Riceys, Nicolas Viaot, der 1698 ein Duell gegen einen königlichen Musketier gewann und vom König – da der Musketier am Duell schuld war – begnadigt wurde, schenke dem König als Dank ein Fass des Weines.

 

Egal ob der Sonnenkönig den Wein jemals getrunken hat oder nicht: Auf jeden Fall nimmt einen dieser Wein mit auf eine Reise in die Zeit des Sonnenkönigs!

Les Riceys – Rose des Riceys
2010 SH Olivier Horiot Rose des Ricey en Barmont

(Wappen ähnlich dem von Les Riceys) Rosé des Riceys

Vendanges 2010 Rosé des Riceys „En Barmont“ Olivier Horiot Les Riceys SH
Appellation Rosé des Riceys Controlée „en Barmont“

Vins Fins de Champagne
Olivier Horiot

Contains Sulfites … mais pas trop! 12% vol 750 ml T° de dégustation 13°C
Élaboré par SCEA le Val du Clos 10340 Les Riceys (France)
www.horiot.fr

gekauft bei www.vinaturel.de

Rosé des Riceys
Rosé des Riceys

Ein Naturkorken sperrt den klaren Wein, der dunkel altrosa bzw. hell rot (oder altrosa oder beige-grau-violett) ist, in eine schön geprägte Flasche. Ich schenke den matten (also nicht strahlenden) Wein in mein Glas. Beim schwenken zieht der Wein viele, langsame, dicke Schlieren. Im Glas rieche ich schwarze und rote Johannisbeere, Himbeere, Erdbeere, Brombeere, Zwetschgendatschi, Vanille, Zwetschge, weiße Schoki. Über dem Glas finde ich schwarze Johannisbeere, Zwetsche, aachener Pflaumenmus und Vanillepudding.  Im Mund ist der Wein sauer, schmeckt nach Zwetschge und nach Erdbeere, nach grünen Zwetschgen und er ist leicht prickelnd. Der lange, säuerliche, scharfe Abgang schmeckt nach Kräutern insb. Thymian, nach Sanddorn und nach grünen Zwetschgen. Beim Sprudeln ist der Wein scharf und riecht – mal wieder 🙂 – nach Zwetschge. Unten in Flasche finde ich ziemlich viel Satz…

Wie gesagt: Ein Wein aus einer anderen Zeit. Ich hätte gerne mehr solcher Weine…

Ein braunes Blatt treibt
leicht auf Tagesendesglanz
langsam, stetig fort.

Frohe und gesegnete Weihnachten

Michael

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