Wein verkosten – Teil I – Einführung

Hallo zusammen,

nachdem ich in letzter Zeit weniger Theorie präsentiert, sondern vorwiegend Weine diskutiert habe, will ich heute (mal wieder) eine kleine Reihe beginnen, nämlich: Wie verkostet man Wein?

Das eigentliche Verkosten finde ich am schönsten bzw. einfachsten, wenn es mit etwas Struktur stattfindet. Grundsätzlich kann man das Verkosten in drei mal drei Punkte unterteilen, wobei die drei Hauptpunkte

  • Sehen,
  • Riechen und
  • Schmecken

sind. Zu diesen drei Punkten, mit ihren jeweils drei Unterpunkten, will ich in den nächsten Tagen jeweils einen Beitrag schreiben. Zusätzlich stellen sich auch noch ein paar andere Fragen:

  • Welches Glas?
  • Welche Temperatur?
  • Wieviele Weine?
  • Was dazu trinken/essen?
  • Blindverkosten?
  • Wo (Ort, Ambiente)?
  • Weinfehler erkennen?
  • Weinqualität (in Punkten) beurteilen?
  • Dekantieren?
Blindverkostung
Blindverkostung

Diese Fragen hoffe ich beim Erklären von Sehen, Riechen, Schmecken mitbeantworten zu können. Nur zur Glaswahl sollte ich vermutlich etwas mehr sagen, weshalb dieses Thema wohl auch einen eigenen Beitrag bekommen wird. Vor allem stellt sich aber noch eine andere Frage:

  • Welche(n) Wein(e) soll ich verkosten?

Diese Frage will ich gleich beantworten. Weinneulingen empfehle ich, mit Weinen zu beginnen, die ein ausgeprägtes und charakteristisches Bukett aufweisen. Als „Klassiker“ kommen hier Gewürztraminer (z. B. aus Südtirol) und Muskateller (z. B. aus Baden oder aus dem Piemont) in Frage. Solche Weine bieten Anfängern einige Vorteile. Man erkennt die Leitaromen auch mit ungeübter Nase ziemlich gut und kann damit die Rebsorte leicht bestimmen. Auch sollte man am Anfang immer erstmal nur einen Wein probieren.

Asti Aromen
Muskateller – Leitaromen Moscato d’Asti: Rose, Honig, Limette, Litschi

Grundsätzlich ist es zu Beginn (also so für die ersten 25 Weine) vorteilhaft, bekannte und klassische Weine, Rebsorten, Anbaugebiete, Kellermethoden, Winzer zu wählen, da man hier mit wenig Recherche herausfindet, ob ein bestimmter Geruch ein Fehlton ist oder ob das so sein soll. Wenn man dann mehr Erfahrung hat, wird es aber umso spannender, außergewöhnliche Weine zu probieren.

Weinliebhaber, die noch nicht so viel Erfahrung im Verkosten haben, sich jedoch mit Wein grundsätzlich auskennen, empfehle ich bekannte Weine mit etwas subtileren Aromen, welche man auch im Vergleich probieren kann. Zum Beispiel Rheingauriesling und Frankensilvaner. Oder Burgund und Bordeaux. Später kann man dann auch feinere Unterschiede zu finden suchen: Elsaßriesling und Moselriesling oder Frankenspätburgunder und badischen Spätburgunder.

Eine andere Frage, die sich stellt, ist die nach dem Preis für den Wein. Ich weiß nicht, ob es sich lohnt einen ultrateuren Wein mit ungeübter Nase zu trinken … andererseits kann man bei sehr niedrigpreisigen Weinen oftmals nicht erwarten, wirklich viel zu riechen. Frei nach Thomas von Aquin empfehle ich die goldene Mitte zu finden.

So viel für heute und bis demnächst!

Michael

 

2 Gedanken zu “Wein verkosten – Teil I – Einführung

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