Wein verkosten – Teil III – Riechen

Hallöchen und ❤ -lich willkommen zu Teil III der Serie „Wein verkosten“!

Auch das Riechen unterteilt sich, wie das Sehen, in drei Unterpunkte:

  • Der Korken,
  • im Glas und
  • überm Glas

Wobei man natürlich nur am Korken riechen kann, wenn der Wein einen hat.^^ Das Riechen im Glas und überm Glas unterscheidet sich vor allem dadurch – wer hätte es gedacht? – wie tief man seine Nase ins Glas steckt oder eben oben drüber lässt. Hier ist die Idee, dass unterschiedliche Duftstoffe unterschiedlich leicht aufgewirbelt werden und man somit unterschiedliche Aromen wahrnimmt, je nach dem, wie tief die Nase im Glas ist. Für gewöhnlich riecht es im Glas frischer und überm Glas reifer.

Grundsätzlich gilt zu sagen, dass man nicht mit einem großen Schnaufer einatmen sollte, sondern vielmehr schnuppern wie ein Hund. Dazwischen immer wieder Frischluft schnaufen, um die Nase zu beruhigen. Beim Riechen am Korken flott sein, hier verfliegt der Geruch oft recht schnell. Beim Schnuppern im/überm Glas: Dazwischen das Glas immer wieder schwenken, um neue Aromastoffe aufzuwirbeln. Nicht zu stürmisch vorgehen, nicht dass etwas verschüttet wird. Und genug Zeit lassen, schließlich finden bei verschiedenen Temperaturen auch verschiedene Aromastoffe ihren Weg in die Luft – ich beginne normal immer mit einem etwas zu kühlen Wein und lasse ihn bis zum Ende der Verkostung etwas zu warm werden, um so möglichst viel heraus zu riechen.

Das eigentlich Wichtigste ist aber die Herangehensweise ans Riechen, denn riecht man ganz naiv in einen Wein, so riecht er wahrscheinlich nach Wein – Ende – mit viel Glück nach Rot- oder Weißwein. Bei Sorten wie dem Gewürztraminer findet man wahrscheinlich noch Litschi … Der Trick, wenn man das so nennen will, um all die wunderbaren Aromen herausfinden zu können, ist es, sich vorher, vor der inneren Nase, z. B. eine Ananas vorzustellen und zu sehen, zu riechen, zu schmecken (alles im Geiste) und dann am Wein zu schnuppern. Im nächsten Moment weiß man sofort, ob das passt oder nicht. Und so geht man Duft für Duft für Duft durch. Ganz einfach. Für Anfänger gibt es eine Vielzahl an Aromentafeln, auf denen sehr viele verschiedene Aromen abgedruckt sind, zur Orientierung. Einfach mal danach suchen.^^

Und diese Gerüche können sehr vielfältig sein: Obst, Früchte, Gemüse, Holz, Leder, Fleisch, Gewürze, Kräuter, Lacke, Gebäck – um nur ein paar zu nennen. Es gibt natürlich auch eine ganze Reihe an Gerüchen, die in einem Wein nichts zu suchen haben (Schwefel, Urin, Schimmel etc.) – aber solche Weinfehler sind nochmal ein ganz eigenes Thema. Wichtig ist im Allgemeinen, dass man seine Nase gut trainiert. Dazu einfach alle Lebensmittel, die man so isst oder die irgendwo rumliegen, ganz bewusst beschnuppern. Alle Gewürze und Kräuter und sonstige Sachen, die man findet, beriechen und vielleicht mit der Zeit sogar Ratespiele spielen. Erkennen Sie Rosen, Honig, Piment, Schnittlauch NUR am Geruch? Birne, Basilikum, Heu, Leder, Wolle, Butter, Olivenöl, …

Probieren Sie es doch einfach mal aus – vielleicht am Anfang mit einem Wein (wie schon gesagt) mit klaren Aromen (Gewürztraminer, Muskateller), dann mit bekannten Weinen (Piemonteser Merlot, Spätburgunder, Riesling) und dann mit subtileren Weinen (Silvaner, Schwarzriesling, Champagner).

Klappt es bei Ihnen? Haben Sie andere Tipps, um gut bzw. richtig Wein zu beriechen?

Michael

2 Gedanken zu “Wein verkosten – Teil III – Riechen

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