Wein verkosten – Teil IV – Schmecken

Grüß Gott und herzlich Willkommen zu Teil IV der Serie „Wein verkosten“!

Nachdem wir uns letztes Mal mit dem Riechen beschäftigt haben, werden wir uns heute dem Schmecken widmen. Hier muss man darauf hinweisen, dass unter Schmecken viel mehr verstanden wird, als das eigentliche Schmecken. Aber so ist das im normalen Leben ja auch, denn Tomatensuppe schmeckt auch nicht nach Tomaten. Sie schmeckt süß und säuerlich – und riecht nach Tomaten. Wir schmecken nämlich mit der Zunge und damit schmeckt man nur (je nach Literatur) 4 – 9 verschiedene Geschmacksrichtungen:

  • Süß
  • Sauer
  • Bitter
  • Salzig

und evtl.

  • Scharf
  • Umami
  • Fettig
  • Chilli-Heiß
  • Herb

Wenn wir etwas essen oder trinken, dringen aber unglaublich viele Aromen über unseren Rachen und verschiedene Nebenhöhlen von hinten an unsere Nase – und die riechen wir und sagen dazu „schmecken“. Dieses sogenannte retronasale Riechen wollen wir uns auch beim Wein zunutze machen!

Zuerst nehmen wir einen nicht zu kleinen, sondern ordentlichen Schluck Wein in den Mund und beschreiben den Geschmack (süß, sauer (meist frisch genannt; zitronig-säuerlich oder Apfelsäure-sauer), bitter (herb, metallisch, Tannine, Belag im Mund, …), scharf (Alkohol),  …). Insbesondere das „herb“ ist wichtig, weil man hier die Tannine, also die Gerbstoffe, wahrnehmen kann: Diese können von bitter-metallisch über holzig-ausgeprägt bis hin zu rund-und-weich sein. Daran kann man auch das Alter des Weines schätzen, da sich Tannine mit der Zeit abbauen und abrunden. Beim Schmecken ist es aber ganz normal, dass man auch schon leicht retronasal riecht/schmeckt (z. B. Kirsche).

Als nächstes Schlucken wir den Wein hinunter. Und beachten, wie lange wir den Wein nach dem Schlucken noch schmecken. Je länger dieser sogenannte Abgang, desto besser ist i. A. der Wein. Auch hier soll man wieder Wert auf die Tannine legen. Und natürlich riecht man dabei auch wieder retronasal.

Zu guter Letzt kommt das sogenannte Sprudeln. Jetzt wollen wir ganz bewusst retronasal riechen. Dazu nehmen wir einen großen Schluck in den Mund, halten den Mund nach unten und saugen Luft durch den Mund und den Wein ein und schnaufen langsam durch die Nase wieder aus. Dabei riecht man den im Mund erwärmten Wein, der somit andere und evtl. mehr Aromen freisetzt. Auch das Durchmischen des Weines mit Luft beeinflusst den Geruch. Beim retronasalen Riechen, also beim Sprudeln, gilt natürlich das Gleiche wie beim normalen Riechen: erst vorstellen, dann schnuppern, dann entscheiden ob’s passt.

Kleine Wanderlust Karaffe
Karaffe

Und damit ist die Verkostung auch schon beendet – und jetzt darf der Wein endlich getrunken werden^^

Michael

Ein Gedanke zu “Wein verkosten – Teil IV – Schmecken

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