Fastenzeit

Guten Abend,

gestern, am Aschermittwoch, begann die Fastenzeit. Fasten ist eine der drei Tätigkeiten, die man als Vorbereitung auf Ostern machen soll: Fasten, Beten, Geben. Dabei darf man Fastentage nicht mit Abstinenztagen verwechseln: An Abstinenztagen, z. B. Freitagen, soll man kein Fleisch essen (freitags, weil Jesus an einem Freitag gestorben ist); an Fastentagen soll man dagegen auf etwas verzichten, was einem teuer und lieb ist, und nur eine richtige Mahlzeit und zwei kleine Stärkungen am Tag essen (ohne Naschen und so). Und auf was verzichten heutzutage die Leute so?

Im Jahr 2015 gaben laut spiegel.de die Meisten an, auf Alkohol zu verzichten – noch vor Süßigkeiten, Fleisch, Zigaretten, Fernsehen, Handy und Computer sowie vorm Auto. Aber warum Fasten die Menschen? Viele Fasten für sich selbst. Um sich zu beweisen, dass sie auf etwas verzichten können und nicht durch ihr Verlangen gesteuert werden. Oder aus gesundheitlichen Gründen. Oder um sich mal wieder auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Und das sind alles sehr gute und lobenswerte Gründe. Außerdem freut man sich über das, auf was man verzichtet, wieder richtig – nach Ostern. Man kann darüber hinaus aber auch nicht nur für sich selbst, sondern für Gott fasten: Um ihm zu zeigen, dass man – trotz der vielen Ablenkungen, die die Welt so bietet – an ihn denkt und nicht nur an die Welt. Die Kirche unterscheidet auch das sogenannte Buß- vom Trauerfasten. Bei letzterem geht es darum, mit Jesus zu leiden und somit seine Solidarität mit ihm – unschuldig gekreuzigt – auszudrücken. Anbei noch ein interessanter Fakt: Zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag sind mehr als 40 Tage, dennoch heißt es immer: 40 Tage Verzicht. Antwort: Sonntage sind keine Fastentage. Die 40 kommt im Übrigen ganz oft in der Bibel vor: 40 Jahre zogen die Israeliten durch die Wüste, 40 Tage dauerte die Sintflut, 40 Tage war Moses auf dem Berg Sinai, 40 Tage Frist bekam die Stadt Ninive (verkündete der Prophet Jona), 40 Tage wanderte Elias zum Gottesberg Horeb, 40 Tage fastete Jesus in der Wüste (bevor er vom Satan in Versuchung geführt wurde).

Seinsheim
Seinsheim St. Peter und Paul Seitenaltarbild mit Seinsheim

Mit seinem Fasten solle man nicht prahlen, sagt Jesus, sonst hätte man seinen Lohn bereits auf Erden erhalten … Was mir lieb und teuer ist, brauche ich, denke ich, nicht extra zu sagen. Ich hoffe, dass ich es durchhalte. Durchhalte für mich und durchhalte für Gott. Und nicht dass Sie sich wundern: Ich habe schon etwas vorgearbeitet und einige Beiträge auf Halde, damit Sie auf das verzichten können, wofür Sie sich frei entscheiden und nicht gezwungenermaßen auf meine Blogbeiträge verzichten müssen.

Mit besinnlichen Grüßen

Michael

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