Mouton Cadet – Baron Philippe de Rothschild – Bordeaux 2015

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntagabend,

heute will ich Ihnen einen Wein aus einem der wahrscheinlich berühmtesten Weinbaugebiete der Welt vorstellen, einen Bordeaux. Der 2015er Mouton Cadet von Baron Philippe de Rothschild SA wurde mir freundlicherweise von „Tanja Klein PR“ aus Berlin kostenfrei zur Verkostung zur Verfügung gestellt, wofür ich mich hiermit herzlich bedanke.

Das Weinbaugebiet Bordeaux befindet sich in der Nähe des Atlantiks im Westen bzw. Südwesten Frankreichs rund um das Delta der Flüsse Gironde, Garonne und Dordogne und deren Zuflüsse. Es ist das größte zusammenhängende Anbaugebiet für Qualitätsweine der Welt und umfasst über 120 tausend Hektar. Die wichtigsten Rotweinreben sind Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc – und genau aus diesen dreien ist auch unser heutiger Wein gekeltert.

Mouton Cadet Baron Philippe de Rothschild 2015 Bordeaux
Mouton Cadet Baron Philippe de Rothschild 2015 Bordeaux

Der Presskorken, der die Flasche verschlossen hat, riecht vielversprechend und intensiv nach Holz, schwarzer Johannisbeere und Holunderbeere. Dazu kommen Nelken und Zimt – ich denke unweigerlich an eine weihnachtliche Backstube. Über einem weißen Blatt Papier präsentiert der klare Wein sein ganz dunkles Himbeerrot, das in der Mitte brombeerfarben und zum Rand hin kirschrot wird. Pinke Reflexe und eine große Farbvariation bis hin zu einem blassrot ganz am Rand runden das Bild ab. Nach dem Schwenken laufen viele Schlieren, runde Bögen bildend, am Glas entlang nach unten.

Mouton Cadet Baron Philippe de Rothschild 2015 Bordeaux
Mouton Cadet Baron Philippe de Rothschild 2015 Bordeaux

Meine Nase findet im frisch aus der Flasche eingeschenkten Wein tief im Glas schwarze Johannisbeere, Kirsche, Granatapfel – viele rote Früchte also, wie ich es von einem Merlot erwarten würde – dazu kommen Leder, Brombeerkuchen mit Mürbteig, Holunderbeerengelee (wie auf Husarenkrapfen). Insgesamt ist der Wein sehr harmonisch (manche würden es als mild bezeichnen), da er weder arg alkoholisch noch sauer ist. Auch überm Glas finde ich rote Früchte wie Granatapfel und Blutorange, hier jedoch deutlich weniger; es dominieren holzige, grüne, reifere Aromen – der Cabernet lässt grüßen. Auch finde ich etwas mehr Säure, was die Zitrusaromen wie Blutorange erklärt. Die würzigen Noten (wobei ich hier „würzig“ wirklich von „Gewürze“ ableite) lassen Himbeermarmelade (wie auf Linzer Torte), geröstete Haselnüsse und Mandeln und „Rotweinbirnen“ in meinem Kopf erscheinen. (Mir ist wohl bewusst, dass die Beschreibung eines Weines durch Rotweinbirnen zu einer Zirkeldefinition führt.) Zusammen betrachtet ist der Bordeaux überm Glas schön fruchtig, wenn auch weniger fruchtig als im Glas – dafür ist die Frucht süßer.

Im Mund ist der Rotwein weich, leicht, mit leichter Säure und kräftigen Tanninen, die an grünliche Zwetschgen und Schlehen erinnern. Beim Sprudeln erkennt meine Nase warmes Holz, Gewürze, (grünliche) Zwetschgen, ganz dezent etwas Alkohol (der sich gut einbindet, obwohl der Wein 13,5% hat) und Schlehen. Der Abgang ist lang, holzig, tanninreich. Er schmeckt herb nach (grünlichen) Zwetschge und Schlehen.

Die zweite Hälfte des Weins dekantiere ich ca. 30-45 Minuten. Im Glas ist der Wein dann etwas alkoholischer und zeigt mehr Kirsche und Zwetschge (also mehr rote Früchte und weniger schwarze). Auch finde ich mehr Gewürze wie Zimt und Gewürznelken. Überm Glas wird’s auch fruchtiger: Kirsche, ganz reife Birnen, Blutorange. Im Mund wird der Wein sehr rund: mehr Kirsche; weniger Schlehe und grünliche Zwetschge. Auch beim Sprudeln zeigt sich jetzt eine ausgeprägte Kirsche. Der Abgang schmeckt fruchtig nach Schlehen und grünlichen Zwetschgen – der Wein hat selbstbewusste Tannine, weshalb ich ihm, wenn ich denn noch eine weitere Flasche hätte, wahrscheinlich noch etwas Zeit (aber nur ein wenig) im Keller gönnen würde.

BARON PHILIPPE DE ROTHSCHILD

Mouton Cadet
2015
BORDEAUX
APPELATION BORDEAUX CONTRÔLÉE

PRODUIT DE FRANCE – Alc. 13,5 % Vol. – 75 cl – contient sulfites

Beste Grüße

Michael

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