REGENT 2015 OBERSCHWAPPACH

Frohe Weihnachten,

heute stelle ich Ihnen den Wein vor, den ich zur Weihnachtsgans getrunken habe: einen Regent aus Oberschwappach. Ich werde ab und zu gefragt, ob man lieber bekannte Namen/Weingüter/Rebsorten kaufen soll oder lieber auf kleine, unbekannte Winzer und Weine zurückgreifen soll. Die Antwort ist ganz klar: Es kommt darauf an. Wenn ich Gäste habe und ich deren Weingeschmack nicht 100%ig kenne, dann nehme ich einen bekannten Wein von einem bekannten Weingut. Da mache ich wenig falsch. Und ich gehe auch nicht das Risiko ein, dass der Wein nichts taugt … Allerdings zahlt man vielleicht auch das größere Marketing eines bekannteren Weingutes mit. Und die Wahrscheinlichkeit etwas Außergewöhnliches (im eigentlichen Wortsinn) zu finden, ist natürlich bei bekannten Marken klein, da diese ja möglichst jedem liegen sollen. Bei kleinen Weingütern, unbekannten Rebsorten zahlt man im Mittel weniger, allerdings ist das Risiko einen Fehlkauf zu machen natürlich auch größer. Aber ebenso die Chance einen wirklichen Glücksgriff zu machen und etwas Besonderes zu finden. Von dem Regent hier, der von einem kleinen Weinbauern kommt, war ich zum Beispiel sehr überrascht.

In einer weißen, d. h. durchsichtigen, Burgunderflasche kommt der Rotwein daher, was ungewöhnlich für Rotweine auf dem internationalen Markt wäre – in Deutschland aber sogar eher üblich ist.

FRANKEN
2015
Regent
Oberschwappacher Sommertal
weinbauweingärtner-pfister

Deutscher Qualitätswein | Erzeugerabfüllung | Enthält Sulfite | 0,75L | 11,5%vol

Der Regent ist klar und zieht keine Schlieren. Diese Rotweinsorte wurde erst 1967 am Geilweilerhof von Gerhardt Alleweldt gezüchtet. Die Eltern der Rebsorte sind Chambourcin und Diana, welche wiederum aus Silvaner und Müller-Thurgau gekreuzt wurde. Im Stammbaum des Regents sind viele Wild- und Kulturformen der Weinrebe (Vitis), was ihn teilresistent gegen falschen und echten Mehltau macht. Nun aber zurück zu unserem Wein …

Regent 2015 Franken
Regent 2015 Franken

Die Farbe leuchtet lila wie von Pflaumen, also leicht ins Blau gehend, in der Mitte des Glases sehe ich ein helles Brombeer, außen am Rand ist der Wein blass und fast lavendelfarben. Im Glas rieche ich Amarenakirschen. Es kommt ein lila-roter Mix aus Heidelbeermarmelade und Walderdbeeren sowie säuerlichen Himbeeren dazu, ein bisschen denke ich auch Gewürze wie z. B. Madagaskarzimt. Mit meiner Nase weit über dem Glas erschnuppere ich Erdbeermarmelade und Zwetschgenmarmelade, ein bisschen Zitrone und Pflaumenmus. Im Mund ist der Wein leicht und angenehm und kernig frisch: Ich schmecke Heidelbeeren und Walderdbeeren. Der mittellange Abgang schmeckt, als hätte ich ein Glas eingelegte Heidelbeeren gegessen; eventuell bleibt ein Hauch von Tanninen zurück. Zwetschgenmarmelade und ein bisschen Zitrone rieche ich auch, wenn ich Luft durch den Mund und den Wein sauge und langsam durch die Nase wiederum freigebe.

Kein Mainstreamwein. Aber ich bin wirklich froh, dass ich immer und immer wieder neue, kleine, unbekannte Weine versuche. Denn damit ist das Spektrum – qualitativ und nicht-qualitativ – der Weine, die ich kenne, so viel größer …

Michael

Regent 2015 Franken
Regent 2015 Franken