2009 GRAUER BURGUNDER KABINETT trocken

Einen schönen guten Abend!

Diese Woche darf ich erneut einen Gastbeitrag auf Michaels Weinblog veröffentlichen. Vielen Dank dafür! Den heutigen Wein, einen 2009er Grauburgunder aus Baden – genauer: aus Tauberfranken – habe ich bei meinem Papa im Keller gefunden. Wir haben ihn Ende 2017 getrunken, der Wein war also mit 8 Jahren für einen Weißwein schon eher zu alt. Allerdings handelte es sich um einen Kabinett, also die erste Stufe der Prädikatsweine in Deutschland, und er war noch einwandfrei. Mit Sicherheit hätte er vor ein paar Jahren anders geschmeckt, aber das ist ja gerade das Spannende bei Wein.

WINZERKELLER TAUBERTAL

2009
GRAUER BURGUNDER KABINETT
trocken

Badischer Weinbauverband – Goldene Medaille
Deutscher Prädikatswein
BADEN – TAUBERFRANKEN

Winzergemeinschaft Franken eG – D-97307 Kitzingen
Winzerkeller im Taubertal – Wertheim-Reicholzheim
http://www.winzerkeller-im-taubertal.de
0,75 l | 13,0%vol | Enthält Sulfite

Der strohgelbe Wein befindet sich in einem Bocksbeutel (in Tauberfranken ist das erlaubt) und ich schenke ihn über die flache Seite in das Weinglas. Beim Schwenken bilden sich viele langsame Schlieren mit runden Fenstern. Halte ich das Glas schräg über eine weiße Fläche, kann ich erkennen, dass der Wein am Rand durchsichtig ist und in der Mitte eher ins Beigeliche geht.

Grauburgunder Kabinett 2009
Grauburgunder Kabinett 2009

Schnuppere ich im Glas, bemerke ich reife Birne, reifen Apfel, Ananas, Mandarine und ein bisschen Banane.  Das Aromenbild ist also sehr (gelb-)fruchtig und überhaupt nicht mineralisch oder säuerlich (das dürfte wohl am Alter liegen). Fast erinnert mich der Wein an Honig und Sonnenblumen. Ich kann auch ein bisschen Alkohol  wahrnehmen, der aber nicht scharf in der Nase kitzelt.

Überm Glas finde ich ähnliche Aromen wie zuvor im Glas: Mandarine und Banane. Hier gesellt sich nun ganz leicht auch etwas Mineralisches hinzu, außerdem auch ein wenig Säure von Zitrone und Apfel. Der Wein wirkt überm Glas eine Spur leichter und frischer.

Die Leichtigkeit kann ich auch im Mund spüren. Der Wein ist flüssig und schmeckt nach gelb-säuerlichen Früchten – nach Mandarine, Apfel und Orange und auch ganz leicht nach Zitrone. Der Abgang ist mittellang und geht vom Gelben ein wenig ins Grüne über. Ich bemerke neben exotischer Kaki Limette und frischen Apfel und nun auch etwas Mineralisches, Steiniges. Außerdem eine angenehm bittere Note von Orangenschalen. Beim Sprudeln finde ich hauptsächlich den Duft von Mandarinen in der Nase, leicht säuerlich, außerdem auch wieder Banane.

Grauburgunder Kabinett 2009
Grauburgunder Kabinett 2009

Alles in allem ein leckerer Wein, dem eine noch längere Lagerung aber sicherlich nicht gut getan hätte. Zum Glück ist es im Keller meines Papas ziemlich kühl :)

Viele Grüße und vielleicht bis bald

Michaela