FOGLIA TONDA DEL RINASCIMENTO PIANDACCOLI 2013

„Foglia Tonda“ heißt auf deutsch schlicht „rundes Blatt“. Das ist natürlich auch eine Besonderheit dieser Rebsorte, aber nicht die, wegen der ich Ihnen heute diesen Wein vorstelle. In der Geschichte war der Foglia Tonda schon zwei Mal verschwunden – und wurde zwei Mal wiederentdeckt. Und auch heute ist das Überleben dieser Rebsorte nicht so einfach … der Zeitgeist, dass nur noch Mainstream produziert wird, macht es für nicht Mainstream-Sorten schwer, ihr Dasein zu behaupten. Aber zum Glück gibt es in der Toskana einige ambitionierte und sehr engagierte Winzer, die sich der Rebsorte annehmen. Außergewöhnliche, außergewöhnlich gute Weine, die nur als IGT (so etwas wie Landwein) gehandelt werden, sind das Ergebniss dieser harten Arbeit. In Deutschland habe ich noch nie einen im Verkauf gesehen. Dieser wurde mir extra aus Italien von Gräfin von Beust-Luti (Vino e Camino, Bamberg) mitgebracht. Ich hoffe, dass ich mit diesem Blogbeitrag, dem Foglia Tonda zu der Aufmerksamkeit verhelfen kann, die er verdient.

Der Naturkorken, der die Flasche verschlossen hat, riecht nach warmem Nadelholz und eingemachten Heidelbeeren. Schon beim Einschenken riecht es nach schwarzen Johannisbeeren bzw. -gelee. Die Vorfreude steigt!

Der Wein ist klar und zieht ganz viele, schwere Schlieren, die viereckige Fensterchen bilden. Ein ganzer Vorhang an Schlieren entsteht.

 

Die Farbe würde ich als mattes, sehr dunkles Kirschrot, das zum Rand hin über backsteinfarben und beige ins Gelbe geht, beschreiben. Endlich rieche im Glas: Schwarze Johannisbeeren, -gelee mischen sich mit braunem Rum, Harz und Süßholz. Dazu kommen schärfere Noten von Nadelholz und schwarzem Pfeffer, aber auch würzig-warme von Brombeerkuchen, Zimt, Mürbeteig und Zwetschgendatschi. Nach einiger Zeit, mit zunehmender Wärme, kommen noch Amarenakirschen dazu.

 

Über dem Glas finde ich tiefere Töne von Leder, Brombeeren und eingemachten Heidelbeeren. Fruchtige Aromen von roten Johannisbeeren gehen Hand in Hand mit Rinde, Waldboden und Gewürznelken. Wiederum nach einiger Zeit denke ich eher an eingemachte Kirschen und Granatapfelsaft (oder eher Grenadinesirup?).

Im Mund: Tannine. Hinzu kommen Früchte wie Zwetschgen und schwarze Johannisbeeren sowie Kirschen. Aber es dominiert das Holz … Es sind echt viele Tannine. Ich denke an grüne Zwetschgen. Aber es sind relativ weiche Tannine … ja, angenehm weiche. Der Wein ist nicht scharf, nicht alkoholisch und hat keine metallischen (bitteren) Tannine. Wie gesagt, dieser mittelschwere Wein hat wirklich viele, aber wirklich angenehme Tannine.

Das Sprudeln offenbart das uns bekannte Bukett: Kirsche, Zwetschge, Nadelholz. Der Abgang ist suuuuperlang, sehr tanninlastig und erinnert an grüne Zwetschgen und dunkle Kirschen. In der Flasche und im letzten Glas finde ich ganz, ganz, ganz viel Weinstein.

 

2013

FOGLIA TONDA DEL RINASCIMENTO
PIANDACCOLI
TOSCANA
INDICAZIONE GEOGRAFICA TIPICA
ROSSO

BOTT. N° 0699/2000
VITICOLTORE GIAMPAOLO BRUNI

750ml | PRODOTTO IN ITALIA | 14,5% vol | contiene solfiti
www.piandaccoli.it

Wenn Sie die Chance haben, einen Foglia Tonda zu genießen, nutzen Sie sie!!

Michael