Mein Besuch auf der ProWein 2019 – Tag 3

Guten Tag,

ich heiße Sie herzlich willkommen zu meinem kleinen Bericht vom dritten (und letzten) Tag auf der ProWein 2019, für die mir das Presseticket zum freien Eintritt kostenlos von der Messe Düsseldorf zum Bloggen zur Verfügung gestellt wurde. Analog zu meinen Berichten zum ersten und zum zweiten Tag auf der ProWein werde ich mich auch heute auf einige besondere Weine, Weingüter und Stände konzentrieren, um nicht den Platz dieses Posts zu sprengen – auch wenn mir dabei schmerzlich bewusst ist, dass ich vielleicht (oder eher: wahrscheinlich) auch den ein oder anderen (sehr) guten Wein nicht vorstellen kann. Ich bitte Sie, mir dies nachzusehen.

Der dritte Tag für mich begann bei den VDP-Weingütern. Alleine hier hätte man die drei Tage verbringen können. Deshalb habe ich auch unter den Prädikatsweingütern nur manche besucht. Begonnen habe ich dabei mit den Hessischen Staatsweingütern Kloster Eberbach. Dort habe ich viele Informationen über die sehr lange Geschichte, die Philosophie und den heutigen Betrieb des Weingutes erhalten. Unter anderem erfuhr ich, dass das Kloster Eberbach sowohl im Rheingau als auch in der Hessischen Bergstraße Rebflächen besitzt und dass der markante – und wahrscheinlich ziemlich bekannte – preußische Adler eigentlich nicht mehr als Logo verwendet wird … mit der Ausnahme, dass er auf einigen sehr traditionsreichen Weinen und Sekten im Lebensmitteleinzelhandel zu finden ist, da die Kunden sonst vielleicht die Weine nicht mehr erkennen würden. Als sozusagen krönenden Abschluss meines Besuches am Stand des Kloster Eberbachs durfte ich eine 1959er Edelbeerenauslese verkosten; und dazu kann ich wirklich nur „Wow!“ sagen. Ich kann quasi jetzt noch die intensiven, absolut runden, betörenden Aprikosenaromen schmecken, riechen, fühlen. Einfach wow!

Weiter ging es mit dem Juliusspital Würzburg, wo ich verschiedene Silvaner von unterschiedlichen Lagen verkosten durfte, u. a. vom weltbekannten Würzburger Stein. Silvaner, auch von verschiedenen Lagen und auch u. a. vom Würzburger Stein, durfte ich ebenfalls am ganz treffend benannten Weingut am Stein aus Würzburg verkosten. Weiter ging es mit Frühburgunder von der Ahr vom Weingut Nelles, mit Riesling von der Nahe vom Weingut Schäfer-Fröhlich sowie mit Goldriesling aus Sachsen vom Schloss Proschwitz.

Sachsen ist ja bekanntlich eines der beiden Qualitätsweinbaugebiete im Osten Deutschlands, das andere ist Saale-Unstrut. Zu einem Weingut aus letzterem, nämlich zu Dr. Hage, sowie zu zwei Weingütern aus Franken zog es mich im Folgenden. Das eine fränkische war das Weingut von Ilonka Scheuring, wo ich u. a. einen „dry aged Scheu“, der wie ein Strohwein hergestellt ist, probieren durfte – einfach der Wahnsinn, welche Power, welche Intensität und welche Aromenkomplexität in so eine kleine Flasche passt. Das andere war das Weingut Schenk, das zusammen mit Ilonka Scheuring und anderen einen ganz besonderen Silvaner produziert, einen sozialen und natürlichen, nach strengen Richtlinien hergestellt.

Auf dem Weg in die Griechenland-Halle, wo ich als nächstes hinwollte, konnte ich nicht widerstehen, in der Biowein-Area vorbeizuschauen und einen Bio-Champagner sowie sprudelnde, naturtrübe Weine aus Italien, die ganz und gar nicht das vermeintliche Öko-Image trüber Weine, sondern ein modernes, fast schon Party-Image haben, zu verkosten. Ebenso „musste“ ich noch einmal zum Weingut Tesch bzw. zur Brauerei Uerige um ein „Hosen Hell“ (ja, ein Bier auf der ProWein ;-) ) und ein Tote Hosen-Eis zu probieren. Und schließlich – da kann man halt nichts machen – machte ich in der Italien-Halle auch noch einen kleinen Stopp, als ich einen Vin Santo erblickte.

Sodann habe ich in der Griechenland-Halle so viele Weine kennengelernt – aus Rebsorten, von denen ich noch nie gehört habe – dass ich unmöglich zu allen etwas schreiben kann.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen drei Weine zeigen, die mir aber dann doch besonders in Erinnerung geblieben sind. Zwei davon von Tripodakis (ΤΡΙΠΟΔΑΚΗ) und einer von Diamantakis (Διαμαντάκης).

Und von einem Weingut, nämlich vom Weingut Nikolou (Νικολού), möchte ich Ihnen auch noch einzeln berichten, da ich hier zwei ganz besondere Entdeckungen machen konnte. Die eine war der Savatiano yellow, ein Orange Wine aus der griechischen Rebsorte Savatiano, der gleichzeitig so modern und auch so traditionell und dabei absolut angenehm war, dass ich schlichtweg begeistert gewesen bin; die andere war ein griechischer Schaumwein, der – und jetzt wird es wirklich außergewöhnlich – aus einem geharzten Wein (einem Retsina) hergestellt ist. Ich wüsste nicht, dass es noch so einen Schaumwein gibt: einen Sparkling Retsina. Im ersten Moment klingt das vielleicht auch merkwürdig: Retsina hat bei manchen Leuten ja ein ein wenig angestaubtes Image, dagegen ist ein Schaumwein erfrischend prickelnd. Und „merkwürdig“ trifft es in diesem Falle wortwörtlich: Dieser Wein ist wirklich des Merkens würdig. Das Harz- (oder Zapfen-) Aroma explodiert mit der Kohlensäure förmlich im Mund – frisch und „tannig“. Genial.

So viel zur ProWein 2019. Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Einblick in die Weinmesse geben und Ihnen ein paar besondere, neue, außergewöhnliche Weine zeigen um somit Ihren Weinhorizont zu erweitern. Hoffentlich gibt’s das nächstes Jahr wieder auf meinem Blog :-)

Viele Grüße

Michael