Absolute Seltenheit: „Champagne Duval-Leroy Précieuses Parcelles Petit Meslier 2007“

Ich wünsche Ihnen einen wundervollen guten Abend

und begrüße Sie zu dieser Verkostung eines ganz besonderen Qualitätsschaumweines – einer wahren Rarität. Es ist ein Champagner, in dem keine der drei bekannten Champagnerreben Spätburgunder (Pinot Noir), Schwarzriesling (Müllerrebe, Pinot Meunier) und Chardonnay zu finden ist. Es ist auch kein Weißburgunder (Pinot Blanc) und kein Grauburgunder (Fromentaou) enthalten. Übrig bleiben also nur noch der Arbane (Arbanne), der auf nur noch ca. einem Hektar angebaut wird, und der Petit Meslier, der auf noch ca. drei Hektar angebaut wird. Es ist aber auch kein Arbane enthalten, sondern nur Petit Meslier – 100%. Ich kenne keinen anderen Champagner aus 100% Petit Meslier – wie gesagt: Wahrhaft außergewöhnlich und besonders … so wie ich es liebe.

Nach dem Entfernen der Agraffe und leichtem Ziehen am Press-Naturkork-Mix kommt dieser mit einem kraftvollen Plopp aus der Flasche. An der Unterseite des Korkens erschnuppere ich neben süßem Holz und Hefe auch Stachelbeere und Zitronenzeste. Beim Einschenken schäumt der klare Champagner stark auf. Später beobachte ich in dem sehr hellen, strahlend goldgelben Qualitätsschaumwein unzählige feinste Perlenschnüre und -wolken, die eine faszinierende, sanfte Mousse bilden. Nach dem Schwenken betrachte ich viele dünne Schlieren, welche nach unten rinnen.

Das Bukett im Glas ist wahnsinnig intensiv: Neben den für Champagner obligatorischen Baguette- bzw. Hefenoten sind sowohl süße Fruchtnoten von Honig- und Zuckermelone, Mirabelle und Aprikose als auch kräftige von Rhabarber, frischer Feige und Kaktusfeige zu finden. Nach längerem Schnuppern gesellen sich über Honig, Ananas und reifer Banane auch durchaus petroligere Noten dazu, die dem Champagner einen aufregenden, ja verführerischen Charakter verleihen. Auch über dem Glas ist der Geruch unglaublich intensiv. Ich erschnuppere – eingebunden in den allgegenwärtigen Hefegeruch – neben frischen Tönen von Limette, Blutorange und Stachelbeere auch exotische von Wassermelone, goldener Kiwi und Feige sowie süß-warme von Honig, Bienenwachs und Weihrauchharz. Die Feige sticht hier noch mehr als Leitaroma heraus als im Glas.

Im Mund merkt man das „Extra Brut“ durchaus, wobei es durch das Prickeln, die frischen Limetten- und grüner Apfel- sowie die sehr ausgeprägte Hefearomatik schön harmonisch mit dem Gesamtbild des leichten Champagner verschmilzt. Hefe und Limette sind es auch, die ich zusammen mit grünem Apfel und Calvados beim Durchsprudeln des Petit Meslier mit Luft vernehme. Schließlich ist der Abgang, wie nicht anders zu erwarten war, sehr lang und geprägt von Hefe und Limette und – neu – auch von Drachenfrucht.

CHAMPAGNE
Depuis 1859
1859
Duval-Leroy

CHAMPAGNE
Duval-Leroy
Précieuses Parcelles

PETIT MESLIER
2007

Petit Meslier
Série Limitée à 3717 Bouteilles
Extra Brut
49° 4′ 56,546“ Nord 3° 50′ 27,646“ Est

Maison Familiale Indépendante Depuis 1859
<<La Plus Pure Expression D’Un Terroir D’Exception>>
12% vol 750 ml
Petit Meslier Extra Brut
Élaboré Par Duval-Leroy, Vertus, France
Enthält Sulfite
SO_2
www. duval-leroy .com

Ein so vielseitiges und intensives Bukett findet man nicht oft; und eine so außergewöhnliche Rebsorte und einen so besonderen Wein bzw. Champagner noch viel seltener. Ich wünsche mir, dass mehr Winzer in der Champagne und Champagnerhäuser den Mut und den Elan haben, Arbane und Petit Meslier an- und auszubauen, sodass die Rebsorten nicht aussterben und wieder zu ihrer früheren Bedeutung finden.

Viele Grüße

Ihr Michael