Vin d’Alsace Cleebourg Gewurztraminer

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Gewürztraminer ist das so eine Sache. In so gut wie jedem grundlegenden Weinseminar wird ein Gewürztraminer verkostet, da seine Leitaromen so intensiv, ja überbordend sind, dass auch Anfänger sie leicht erkennen. Viele Weinliebhaber sagen dann aber schnell, dass ihnen Gewürztraminer zu langweilig wird und sie Weine bevorzugen, bei denen man mehr Spürsinn und eine geübtere Nase braucht, um die teils subtilen Aromen zu erschnüffeln. Was dabei oft vergessen wird, ist die grandiose Eleganz, die einem Gewürztraminer innewohnen kann.

Der Gewürztraminer ist quasi die Barock- oder Rokokokirche unter den Rebsorten. Auf jeden Fall überwältigend und glanzvoll – und, wenn ein guter Baumeister bzw. Winzer am Werk war, auch noch unglaublich elegant und stilvoll. Ein paar Regionen sind berühmt für ihre Traminer, neben Südtirol und Sachsen gehört auch das Elsaß dazu, aus dem unser heutiger Wein kommt. Freuen Sie sich auf ein Rokoko-Kunstwerk in einer Flasche.

Der Naturkorken riecht leicht holzig und sehr süß noch Rosen, Rosensirup und auch Litschi. Im Glas sehe ich im klaren, dunkel und samtig strohgelben, schlierenlosen Wein einige feinste Perlchen und funkelnde goldene Reflexe. LITSCHI – schießt es mir durch den Kopf, als ich meine Nase in das Glas halte. Sowohl frische, als auch welche aus der Dose. Voll und prächtig. Krass. Aber damit nicht genug: Schnell erkenne ich auch süße, schwer-pudrige, intensive Rosendüfte wie von Rosensirup und mit der Zeit fruchtige Noten von Mandarinensaft und frischer Ananas. Harmonieverleihend kommen Zitronenmelisse und ein Hauch von cremigem Honig hinzu. Über dem Glas treten Litschi und Rose – trotzdem sie immer noch intensiv spürbar sind – etwas zurück und lassen eher Kräuter- und Fruchtnoten den Vortritt. Mandarinen und auch deren Schalen, Zitronenmelisse und Ringelblume. Später gesellen sich petrolige Töne von Ananas dazu und süße von kandierten Ananas. Im Mund ist der Wein leicht süß, überraschend herb, ziemlich prickelnd-pikant und viskos auf der Zunge. Ich schmecke kräutrige Töne und grünen Apfel. Das Durchsprudeln des Weines mit Luft bringt neben Rosenparfum den schon bekannten cremigen Honig zutage, den ich zusammen mit Zitronenschale (sowohl Zesten als auch das Weiße), Mandarinenzesten und frischen – quasi grünen – Rosenblättern auch im pikanten, herben und sehr, sehr langen Abgang erkenne.

67 RÉCOLTANT 113
RÉPUBLIQUE FRANÇAISE
D.G.D.D.I. 75 cl

GRAND CONCOURS DES VINS D’ALSACE
CONCOURS
2012
MÉDAILLE D’OR
COLMAR
GRAND CONCOURS DES VINS D’ALSACE

Vin d’Alsace
Appellation Alsace Contrôlée
CLEEBOURG
Mise en bouteille
à la propriété
GEWURZTRAMINER
CLEEBOURG
Cave vinicole Alsace 67160 – France

Vin d’Alsace
Appellation Alsace Contrôlée
Millésime 2011
Sec – – – – – | – – Doux
750 ml 13,5% Vol.
Contient des sulfites

Mir bleibt nur, dem Kellermeister für diese barocke Pracht – verkorkt in einer Flûte/Flöte – mein Lob auszusprechen.

Viele Grüße

Michael