VINUM HADRIANUM AELIO 2019

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

vor einigen Wochen habe ich Ihnen von dem Weinprojekt VINUM HADRIANUM erzählt. Nun ist es endlich so weit: Ich darf Ihnen den ersten der beiden <<echten römischen>> Weine vorstellen, den AELIO aus der Rebsorte Trebbiano d’Abruzzo, der mir freundlicherweise kostenfrei im Rahmen eines Produkttests zum Zwecke der Verkostung und des Bloggens von VINUM HADRIANUM aus Atri (Italien) zur Verfügung gestellt wurde, wofür ich mich hiermit ganz ❤️-lich bedanke!

Dieser Wein ist etwas so Besonderes, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, zu erzählen. Die Reben (der Rebsorte Trebbiano d’Abruzzo) sind überwiegend mindestens 40, vielleicht aber schon 50 Jahre alt, wodurch sie zwar weniger Ertrag, dafür viel extraktreichere Trauben liefern. Und mehr Extrakt in den Trauben bedeutet natürlich auch mehr Extrakt und somit mehr Geschmack im Wein. Der Wein durfte lange auf den Schalen liegen während der Gärung – was bei einem Rotwein nicht so besonders wäre, bei einem Weißwein aber eher selten vorkommt. Man nennt solche Weine „orange wines“, also orange Weine. Bei Rotweinen lässt man im Regelfall die Trauben auf den Schalen gären, damit die rote Farbe aus den Schalen in den Wein übergeht (wenn man das nicht machen würde, hätte man einen Weißwein aus blauen Trauben, einen sogenannten „blanc de noirs“). Bei Weißweinen will man meistens nur den klaren Geschmack des Traubensafts ohne zu viele Gerbstoffe aus den Schalen. Zu guter Letzt möchte ich noch anmerken, dass der Wein in der Tradition der antiken römischen Weinherstellung steht: ohne moderne Technik – so wie damals, als Atri noch Hadria hieß …

Der große Moment ist gekommen und so ziehe ich mit meinem Sommeliermesser den fruchtig nach festen, grünen Birnen und samtig nach warmem Kork riechenden Naturkorken aus der ungewöhnlich geformten, dunklen Flasche, welche mit Amphoren- und „VINUM HADRIANUM“-Schriftzug-Reliefs aufwartet. Nachdem ich den fein goldenen Weißwein, dessen Farbspiel leichte Lachstöne aufzeigt und der prächtige orange Reflexe zeigt, im Glas schwenke, kann ich einen Vorhang schwerer Schlieren beobachten.

Das Bukett im Glas ist gleichzeitig fruchtig und tief. Eine feine Mineralität und ausgeprägte alkoholische Noten lassen mich in Verbindung mit dem Duft reifer Äpfel, Birnen und Quitten an entsprechende, edle Obstbrände denken. Dazu kommen schöne gelbe, fruchtige Noten wie von festen Aprikosen, Pfirsichen, von Quittentarte und weißen Johannisbeeren, welche sowohl durch tiefe Töne von Kakao und Honigkuchen als auch von Rosen abgerundet werden. Über dem Glas erinnert mich das Aromenbild an ein frisches und dezent pudriges Parfum – mit Honig und Pomelo, mit Blumen und Birnen.

Absolut harmonisch mit einer genau richtigen Säure-Süße-Balance, pikanten und grünlich herben Noten, die dem Wein Spannung verleihen, und dem Geschmack grüner Äpfel und saftiger Mandarinen liegt der schwere Wein auf meiner Zunge, bevor ich ihn hinunterschlucke, wobei er einen sehr langen, fruchtigen, grünen und schmeichelnd süßen Abgang hinterlässt. Beim Durchsprudeln des VINI HADRIANI (ich hoffe, das passt grammatikalisch …) kommen neben alkoholischen Noten auch solche von süßen Blumen in meine Nase.

Nicht umsonst werden große Genüsse als „lukullisch“ nach dem römischen Senator und Feldherr Lucius Licinius Lucullus benannt. Die alten Römer hatten das mit dem leiblichen Genuss wirklich drauf. Und ich bin froh, ein bisschen diesen altrömischen Genuss mit dem AELIO nachempfinden zu können.

Schönen Abend

Michael

VINUM
HADRIANUM

DOC

VINUM
HADRIANUM

COLLI ARGILLOSI HADRIANI
AELIO 2019
Trebbiano d’Abruzzo
Denominazione di origine controllata

Prodotto in Italia / Product of Italy
Atri (TE)

75 cl e 13% vol
CONTIENE SOLFITI – CANTAINS SULPHITES