VINUM HADRIANUM MAXIMO 2018 DOCG

Ave Caesar!

Nun denken Sie vielleicht: „Jetzt spinnt er, der Michael!“ Aber welcher Gruß würde wohl besser passen zu unserem heutigen Wein, dem Vinum Hadrianum Maximo aus der Stadt Atri in Italien, die zur Zeit der Caesaren Hadria hieß? Wie ich Ihnen schon, als ich das VINUM-HADRIANUM-Projekt vorgestellt hatte, erzählt habe, verfolgt Piero Pavone ein ambitioniertes und – wie ich finde – beeindruckendes Ziel: Er will den in der gesamten antiken Welt berühmten Vinum Hadrianum wiederauferstehen lassen. Und zwar so, wie ihn die Römer gemacht haben: keine moderne Mechanisierung, kein Holzfass, keine Chemie, kein Kunstdünger und in Zukunft auch die Gärung und Lagerung in bei Atri handgetöpferten Tonamphoren aus Ton, der in der Nähe von Atri abgebaut wird. Einen ersten Vorgeschmack auf den Geschmack der Antike habe ich Ihnen neulich mit dem AELIO schon gegeben – nun folgt der zweite: Der Maximo ist ein 100%iger Montepulciano d’Abruzzo, der lange auf den Schalen liegen durfte. Der Name Maximo ist doppeldeutig, bedeutet er doch frei übersetzt soviel wie der Beste und ist er auch ein Verweis auf die Familie des Paulus Fabius Maximus, der mit Kaiser Hadrian befreundet war und die Gegend um Atri mitgeprägt hat. Der MAXIMO wurde mir freundlicherweise kostenfrei im Rahmen eines Produkttests zum Zwecke der Verkostung und des Bloggens von VINUM HADRIANUM aus Atri (Italien) zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!

Ich entferne mit Hilfe meines Sommeliermessers die Schrumpfkappe, die den nach Gewürzen und Holz duftenden Naturkorken schützt, bevor ich die breite, konische Flasche mit den Amphoren- und Vinum-Hadrianum-Schriftzug-Reliefs entkorke und mir den klaren, sehr dunklen Rotwein in mein Verkostungsglas einschenke, worin er seine samtige Brombeerfarbe präsentiert, die zum Rand hin ins Violette geht. Auch während des Schwenkens, nach dem viele, viele schwere Schlieren wie in Zeitlupe nach unten laufen und romanische Kirchenfenster bilden, kann ich das dunkle Lila, diesmal als Lichtreflexionen, beobachten. Sehr dunkel, sehr rot, verführerisch – so riecht der Wein tief im Glas. Da sind Schlehen und Zwetschgen, Brombeeren und Kirschlikör, schwarze Johannisbeeren und Gerbstoffe aber auch Zimt und Piment. Süßlich, fruchtig, rot – mit beerigen Noten von Him-, Heidel- und Brombeeren, roten Früchten wie Kirschen und blauen Weintrauben sowie würzigen Tönen von dunkler Schokolade und (grünen) Gerbstoffen passt das Bukett über dem Glas harmonisch ins Gesamtbild. Im Mund ist der Rotwein überraschend leicht. Eine etwas pikante und eine leicht süßliche Note sind auf der Zunge kurz zu erkennen, bevor sie von einer Vielzahl markanter, grüner Tannine abgelöst werden. Ich würde vermuten, dass der Maximo einiges an Lagerpotential haben dürfte. Natürlich sind auch im langen, pikanten Abgang die Tannine zu spüren, wobei hier sowohl die süßlichen Gewürze als auch die roten Früchte viel deutlicher als auf der Zunge zu spüren sind. Wenn ich den Wein mit Luft durchsprudle, kommen neben alkoholischen Tönen wiederum sowohl die grünen Tannine als auch die roten Kirschen zum Vorschein.

VINUM
HADRIANUM

DOCG

VINUM
HADRIANUM

COLLI ARGILLOSI HADRIANI
MAXIMO 2018
Colline Teramane
Denominazione di origine controllata e garantita

Prodotto in Italia / Product of Italy
Atri (TE)

Bottiglia N. 0371

75 cl e 14% vol
CONTIENE SOLFITI – CANTAINS SULPHITES

Die Sonne ist schon hinter dem Horizont verschwunden, doch die Hitze des Tages liegt noch in der Luft. Im blauen Licht der Dämmerung kann man die hügelige Landschaft Süditaliens, die Überreste antiker römischer Bauwerke, die spärlich beleuteten Dörfer mit ihren Kirchen und das Meer am Horizont noch gut erkennen. Aus den Bars der Umgebung tönt Musik und Stimmengewirr. Es riecht nach Porchetta mit Ciabatta, nach Wermutwein on the Rocks, nach Granita die Caffè, nach Menta-Sirup in Spudelwasser und nach so viel mehr. Dieses Gefühl liegt verkorkt in den Flaschen aus Hadria und wartet nur darauf, unsere Fantasie zu beflügeln.

Viele Grüße

Michael