Domina Auslese Weingut Wengerter Franken

Guten Abend,

oft höre ich, dass es Weißweine aus deutschen Landen gibt, die zur Spitze der Winzerkunst gehören (vermutlich sind damit vor allem Riesling und Silvaner gemeint). Doch erstaunlicherweiße kommt auch häufig im gleichen Atemzug die Aussage, dass Deutschland aber kein Rotweinland sei. Das sehe ich nicht so … 2017 waren über ein Drittel (destatis) der Rebflächen in Deutschland mit Rotwein bestockt, sechs der Top zwölf Rebsorten in Deutschland (gemessen an der Anbaufläche) sind rot (3. Spätburgunder, 4. Dornfelder, 8. Blauer Protugieser, 10. Trollinger, 11. Schwarzriesling, 12. Regent) und es gibt auch echte Rotweingebiete (z.B. Ahr: über 85 %, Würtemberg: über 65 %).

Dass Rotwein aus Deutschland – oder wie in diesem Falle, aus Franken – auch qualitativ zur absoluten Spitze gehört, zeigt der heutige Wein, eine Domina Auslese (also Stufe 3 in der deutschen Prädikatsweinhierarchie) aus Erlenbach. Dieser wirklich besondere Wein wurde mir freundlicherweise von Frau Beate Kettner vom Weingut Wengerter kostenlos zur Verkostung zur Verfügung gestellt, wofür ich mich hiermit herzlich bedanke!

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REGENT 2015 OBERSCHWAPPACH

Frohe Weihnachten,

heute stelle ich Ihnen den Wein vor, den ich zur Weihnachtsgans getrunken habe: einen Regent aus Oberschwappach. Ich werde ab und zu gefragt, ob man lieber bekannte Namen/Weingüter/Rebsorten kaufen soll oder lieber auf kleine, unbekannte Winzer und Weine zurückgreifen soll. Die Antwort ist ganz klar: Es kommt darauf an. Wenn ich Gäste habe und ich deren Weingeschmack nicht 100%ig kenne, dann nehme ich einen bekannten Wein von einem bekannten Weingut. Da mache ich wenig falsch. Und ich gehe auch nicht das Risiko ein, dass der Wein nichts taugt … Allerdings zahlt man vielleicht auch das größere Marketing eines bekannteren Weingutes mit. Und die Wahrscheinlichkeit etwas Außergewöhnliches (im eigentlichen Wortsinn) zu finden, ist natürlich bei bekannten Marken klein, da diese ja möglichst jedem liegen sollen. Bei kleinen Weingütern, unbekannten Rebsorten zahlt man im Mittel weniger, allerdings ist das Risiko einen Fehlkauf zu machen natürlich auch größer. Aber ebenso die Chance einen wirklichen Glücksgriff zu machen und etwas Besonderes zu finden. Von dem Regent hier, der von einem kleinen Weinbauern kommt, war ich zum Beispiel sehr überrascht.

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Wein verkosten – Teil V – Glaswahl etc.

Halli hallo,

nachdem wir uns nun überlegt haben, welchen Wein wir verkosten wollen und wie wir richtig sehen, riechen und schmecken, wenden wir uns heute dem Außenherum zu. Dabei ist meist die erste Frage: „Welche Gläser?“ Natürlich wollen wir auch auf diese Frage eingehen, wenngleich sie eigentlich – hat man ein, zwei, drei richtige(s) Glas/Gläser im Schrank – gar nicht so wichtig ist.

Südtiroler Rosenmuskateller
Südtiroler Rosenmuskateller

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Wieviel soll ich trinken? – Eine Hemina^^

Guten Abend!

Immer wieder werde ich gefragt, wie viel Wein „man“ denn trinken solle… Das ist natürlich keine einfache Frage.

Wenn Sie ein Alkoholproblem, eine hohe Suchtanfälligkeit, eine Alkoholkrankheit oder etwas in der Art haben, oder auch nur darüber nachdenken, ob Sie etwas in diese Richtung haben, gehen Sie bitte zum Arzt! Dieser kann Ihnen bestimmt helfen. Auch sei hier auf das Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (bzga.de) hingewiesen.

Auch wenn Sie schwanger sind oder ein Kind stillen, heißt die Devise „keinen Tropfen“. Auch wenn ich hier eine lustige Geschichte über die Meinung einer angehenden, italienischen Ärztin zu diesem Thema erzählen könnte… 

Zu dem Thema, wie viel man als erwachsener, gesunder Mensch pro Tag an Alkohol trinken darf (oder soll…), habe ich schon viele verschiedene Meinungen gehört. Auch die Meinungen der Ärzteschaft gehen hier teilweise stark auseinander. Meistens läuft es aber – und das ist jetzt kein medizinischer Rat von meiner Seite, sondern nur die Wiedergabe des gehörten – auf 1/8 l („a Achterla“) Wein/pro Tag bei Frauen und 1/4 l („a Schoppen“) bei Männern hinaus. Wobei die Farbe des Weines keine Rolle zu spielen scheint… Aber auch hier gilt: Fragen Sie Ihren Arzt!

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Champagner, Prosecco, Sekt, Secco, Asti – Teil I

Guten Abend,

heute beginne ich mit einer kleinen Reihe von Blogbeiträgen, die sich mit dem Thema Sekt und Ähnlichem  befassen. Allerdings ist dieses Themengebiet so umfangreich, dass ich es auf mehrere Beiträge aufteilen werde. Heute will ich versuchen, die wichtigsten Begriffe zu sortieren und so einen ersten Überblick zu verschaffen.

Spätburgunder Sekt
Spätburgunder Sekt

Kennen Sie Aussagen wie „Sekt ist mir zu sauer – ich trinke nur Prosecco!„, „Von Asti bekomme ich immer Kopfweh.“, „Nichts geht über echten Champagner!“ oder „Sekt, Secco, Champagner, Prosecco – das ist doch eh alles das gleiche, nur unterschiedlich teuer.“? Wenn ich (z. B. auf Partys) solche Aussagen höre und sich die Gelegenheit bietet, beginne ich mit den Personen, die solche Sätze fallen lassen, ein Gespräch über Sekt/Champagner/Prosecco. Meist merke ich recht schnell, dass der oder die Betroffene recht wenig Ahnung über das hat, worüber geschimpft wird und sich die Meinungen auf wenige schlechte Erfahrungen zurückführen lassen. Dazu ein Gespräch mit einem jungen Mann, der sagte:

„Ich trinke nur Champagner, da Sekt grundsätzlich nicht gut schmeckt!“

„Wieviel geben Sie denn im Schnitt für eine Flasche Champagner aus?“

„Circa 30 Euro.“

„Und was denken Sie, hat der Sekt, der Ihnen nicht geschmeckt hat, so gekostet?“

„Keine Ahnung. Vielleicht drei Euro.“

„Könnte es nicht sein, dass der Geschmacksunterschied auf den unterschiedlichen Preis zurückzuführen ist?“

„Wie meinen Sie das?“

„Ich will anders fragen: Haben Sie schon einmal einen Sekt für 20 oder 30 Euro getrunken?“

„Nein! Ich zahle doch für einen Sekt keine 20 Euro! Der schmeckt doch eh nicht…“

Kopfschüttelnd drehte er sich um und ließ mich stehen. Warum erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Weil dieser Herr offensichtlich keine Ahnung von Sekt und Champagner hatte, nicht sonderlich intelligent war und sich von schönen Etiketten blenden ließ. Von mir werden solche Personen auch gerne ‚Etikettentrinker‘ genannt.

Ihnen dagegen will ich im Folgenden erklären, was die verschiedensten Begriffe, die auf den Etiketten zu finden sind, bedeuten, sodass Sie in Zukunft Qualität erkennen können und sich nicht von schönen Namen blenden lassen müssen. Auch versuche ich zu begründen, warum manche Flaschen teurer und manche billiger sind.

Beginnen wir nun also mit der wichtigsten Frage: Wie kommt der Sprudel in den Wein? Dafür gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Die Kohlensäure kann (mit Druck und Kühlung) zugesetzt werden.
  2. Die Kohlensäure stammt aus der ersten Gärung, also aus der Gärung, in der der Wein zum Wein wird.
  3. Die Kohlensäure stammt aus zweiter Gärung. Es wird dem fertigen Wein Hefe und Zucker begemischt und der Wein gärt ein zweites Mal. Dies wiederum kann in einem Großraumbehälter (Tank), in einer anderen Flasche oder in der Originalflasche geschehen. Bei zuletzt genannter Methode kann man handgerüttelt und maschinengerüttelt unterscheiden.

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