Was, bitteschön, ist denn Südwein?

Guten Tag,

Hand aufs Herz: Können Sie die Begriffe Süßwein, Südwein, Dessertwein, Aperitif, Likörwein, Digestif, aufgespriteter Wein, Sherry, Port, verstärkter Wein, Madeira usw. auseinander halten? Ich zumindest musste mir die entsprechenden Definitionen ein paar Mal durchlesen … Deshalb habe ich beschlossen, hier eine kleine Übersicht für Sie bereit zu stellen.

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Royal Oporto – Aged 20 Years – Tawny Porto

Grüß Gott,

unser heutiger Wein ist eine Legende – ein Südwein – ein Port:

Royal Oporto

Aged 20 Years

TAWNY PORTO

Bottled and Shipped by: Real Companhia Velha

V.N.GAIA – Portugal – Produce of Portugal

75 cl – 20% vol. – Bottled in 2014

Ich ziehe den Naturkorken mit Kunststoffkappe aus der sehr eleganten Kristall-Flakon-Flasche und rieche Süße und Holz. Der klare Wein zieht beim Schwenken im Glas langsame, dicke Schlieren und formt runde Bögen. Über einem weißen Blatt sehe ich das strahlende mittel- oder hellbraun, das am Rand orange und gelb wird.

Im Glas rieche ich Alkohol, Rosinen, Holz, Tabak, Lakritz, Süße und Karamell.

Über dem Glas finde ich eine schiere Geruchsexplosion: Rosinen, gebrannte Mandeln, Vanille, Mandeln, Tabak, Leder, Zuckerrohr, Rum, schwarzer Tee, Sanddorn, Kakao, Karamell, Toffees (Karamellbonbons), Orangenschale und Kluntjes aber auch einen schweren Rosenduft und Brombeere. Das ist wohl auch die Stärke des Ports! Dieser Duft! *hmm*

Der Wein schmeckt sehr süß, recht säuerlich, ein wenig alkoholisch, rauchig und holzig. Das Erwärmen und Aufsprudeln des Weines im Mund bringt keine neuen Gerüche zutage, ist dagegen eher alkoholscharf, säuerlich und holzig.

Der Abgang wiederum ist sehr lang, leicht säuerlich und holzig.

Tawny Porto
Tawny Porto

 

 

Die Luft trägt Düfte:
Süß, exotisch, neu und stark.
Der Geist verliert sich…

 

 

Beste Grüße

Michael

Portwein

Grüß Gott,

heute will ich Ihnen ganz kurz einen der berühmtesten Weine der Welt vorstellen, der, wenn man es genau nimmt, „gar kein ganz richtiger Wein“ ist… Die Rede ist vom Portwein (kurz: Port). Gleich zur Aufklärung, warum der Port kein normaler Wein ist:

Portwein_Weinglas.jpg
Tawny Porto

Beim Port werden, wie bei „normalen“ Weinen, die Trauben zunächst gepresst und der so entstehende Most wird vergoren. Allerdings unterbricht man beim Port die Gärung – auch das wird bei normalen Weinen durchaus gemacht, um Restzucker zu bewahren. Besonders am Portwein ist, wie die Gärung unterbrochen wird, nämlich durch Aufspritung, das heißt, es wird so viel Weinbrand in den gärenden Most, quasi in den Federweißen, gegeben, dass die Hefe an Alkoholvergiftung stirbt und die Gärung mithin beendet ist. Dadurch kann der Port viel Zucker behalten und hat trotzdem sehr viel Alkohol, wodurch der Wein sehr lange gelagert werden kann. Meistens wird er das dann auch, wobei unterschieden wird, ob der Wein im Fass oder in der Flasche reift.

Ruby-Port reift eher in der Flasche, während Tawny-Port eher im Fass reift. Besondere Jahrgänge werden als Vintage-Port verkauft. Meist ist Portwein ein Rotwein, auch wenn man das, wenn der Wein sehr lange im Holz lag, nicht mehr so stark sieht. Es gibt aber auch weiße und rosé-farbene. Abhängig von Jahrgang und Art und Dauer der Lagerung werden viele verschiedene Bezeichnungen unterschieden.

Durch die spezielle Herstellungsweise und die dadurch mögliche Lagerung entwickeln sich besondere Aromen, die man sonst eher selten in Weinen findet. Oft wird auch von der hohen Komplexität des Portweines gesprochen: Das heißt, dass man im Port viele verschiedene Düfte findet – und vor allem auch welche, die nicht zueinander zu passen scheinen, dann aber doch vortrefflich harmonieren.

Mit freundlichen Grüßen

Michael